Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Veröffentlicht: November 2026
Zuletzt medizinisch überprüft: November 2026
Nach einer größeren Gewichtsabnahme bleiben am Bauch häufig unterschiedliche Veränderungen gleichzeitig zurück. Die Haut kann erschlafft sein, das Unterhautgewebe an Elastizität verloren haben und zusätzlich können lokalisierte Fettdepots bestehen – beispielsweise an Taille oder Flanken.
Eine Bauchdeckenstraffung und eine Fettabsaugung behandeln dabei unterschiedliche anatomische Komponenten.
Die Bauchdeckenstraffung korrigiert vor allem überschüssige Haut- und Gewebeanteile. Eine Liposuktion reduziert dagegen lokalisiertes Unterhautfettgewebe. Bestehen beide Befunde nebeneinander und tragen sie zur veränderten Rumpfkontur bei, kann eine Kombination sinnvoll sein. Diese wird häufig als Lipoabdominoplastik bezeichnet.
Entscheidend ist jedoch nicht, möglichst viel Gewebe innerhalb einer Operation zu entfernen. Zunächst muss geklärt werden, welchen Anteil Hautüberschuss, Fettverteilung und gegebenenfalls Veränderungen der Bauchwand an der sichtbaren Kontur haben.
Eine Lipoabdominoplastik ist deshalb keine „größere“ Bauchdeckenstraffung, sondern ein eigenständiges Operationskonzept für eine kombinierte anatomische Ausgangssituation.
Wann ist eine Lipoabdominoplastik sinnvoll?
Eine Lipoabdominoplastik kommt insbesondere dann infrage, wenn nach einer Gewichtsabnahme ein relevanter Haut- und Gewebeüberschuss am Bauch mit lokalisierten Fettdepots beispielsweise an Taille oder Flanken zusammentrifft.
Ob beide Verfahren sinnvoll in einer Operation kombiniert werden können, hängt jedoch nicht allein vom sichtbaren Befund ab. Entscheidend sind auch der notwendige Umfang der Straffung und Fettabsaugung, die Qualität und Durchblutung des verbleibenden Gewebes sowie das individuelle gesundheitliche Risikoprofil.
Die Liposuktion ergänzt die Bauchdeckenstraffung dort, wo verbliebene Fettdepots die Rumpfkontur zusätzlich beeinflussen. Sie ersetzt die Straffung jedoch nicht.
Umgekehrt muss nicht jede Bauchdeckenstraffung mit einer Fettabsaugung verbunden werden.
Die zentrale Frage lautet deshalb: Welche anatomischen Veränderungen bestimmen die Kontur – und welche davon sollten tatsächlich innerhalb derselben Operation behandelt werden?
Was bedeutet Lipoabdominoplastik?
Der Begriff Lipoabdominoplastik bezeichnet keine einzelne, vollständig standardisierte Operationstechnik.
Gemeinsam ist den unterschiedlichen Konzepten die Verbindung von Abdominoplastik, gezielter Liposuktion und einer an die Blutversorgung der verbleibenden Bauchdecke angepassten Gewebemobilisation.
Das moderne Konzept wurde insbesondere durch Saldanha und Mitarbeiter geprägt. Ein wesentliches Prinzip bestand darin, die früher häufig ausgedehnte Präparation der Bauchdecke zugunsten einer selektiveren Mobilisation zu begrenzen und relevante Gefäßverbindungen möglichst zu erhalten.
Die einzelnen Techniken unterscheiden sich heute im Detail. Entscheidend bleibt, Fettabsaugung, Hautstraffung und Gewebemobilisation nicht als voneinander unabhängige Maßnahmen, sondern als Bestandteile einer gemeinsamen Operationsplanung zu betrachten.
Hautüberschuss, Fettdepot oder Bauchwand: Was verursacht die Kontur?
Nach größerer Gewichtsabnahme können mehrere anatomische Veränderungen nebeneinander bestehen.
| Befund | Mögliche operative Strategie |
|---|---|
| Überwiegend Haut- und Gewebeüberschuss am Bauch | Bauchdeckenstraffung |
| Hautüberschuss plus lokale Fettdepots an Taille oder Flanken | Lipoabdominoplastik prüfen |
| Lokalisiertes Fettdepot bei ausreichender Hautelastizität | Isolierte Liposuktion gegebenenfalls prüfen |
| Relevante Rektusdiastase | Zusätzliche Stabilisierung der Bauchwand prüfen |
| Ausgeprägte zirkuläre Gewebeerschlaffung an Bauch, Flanken und Rücken | Erweitertes Straffungskonzept beziehungsweise Bodylift prüfen |
| Mehrere anatomisch getrennte Problemregionen | Gegebenenfalls übergeordnetes ein- oder mehrstufiges Behandlungskonzept |
Diese Übersicht dient der Orientierung. Gerade nach ausgeprägter Gewichtsreduktion bestehen häufig Mischformen.
Eine sichtbare Vorwölbung oder verbreiterte Bauchkontur bedeutet deshalb nicht automatisch, dass vor allem zu viel Fettgewebe vorhanden ist. Auch überschüssige Haut, gelockertes Unterhautgewebe und Veränderungen der Bauchwand können die Form wesentlich beeinflussen.
Wann reicht eine Bauchdeckenstraffung – und wann ergänzt eine Liposuktion sinnvoll?
Konzentriert sich der wesentliche Befund auf überschüssige Haut und erschlafftes Gewebe des vorderen Bauches und bestehen keine relevanten Fettdepots an angrenzenden Regionen, kann eine Abdominoplastik allein die angemessene Operation sein.
Eine zusätzliche Liposuktion würde den Eingriff in dieser Situation erweitern, ohne zwangsläufig einen wesentlichen zusätzlichen Nutzen für die Kontur zu schaffen.
Anders ist die Ausgangssituation, wenn gleichzeitig lokalisierte Fettdepots an Taille oder Flanken bestehen. Diese lassen sich durch die Hautresektion am Bauch nicht in gleicher Weise gezielt reduzieren.
Hier kann eine Liposuktion die Straffung ergänzen und den Übergang zwischen Bauch, Taille und Flanken in die dreidimensionale Operationsplanung einbeziehen.
Welche Regionen in welchem Umfang behandelt werden sollten, richtet sich nach Fettverteilung, Hautqualität, geplanter Straffung und Blutversorgung der verbleibenden Gewebe.
Wann reicht auch eine Lipoabdominoplastik nicht aus?
Eine Liposuktion reduziert Fettgewebe. Einen ausgeprägten Hautüberschuss kann sie nicht beseitigen.
Gerade nach erheblicher Gewichtsabnahme kann die Gewebeerschlaffung den Befund stärker bestimmen als das verbliebene Fettvolumen.
Setzt sie sich deutlich über den vorderen Bauch zu Flanken und unterem Rücken fort, kann eine Lipoabdominoplastik allein zu begrenzt sein. Eine umfangreichere Fettabsaugung kann eine zirkuläre Hauterschlaffung nicht kompensieren.
Dann sollte geprüft werden, ob eine erweiterte Abdominoplastik oder ein zirkuläres Bodylift die Ausdehnung der Gewebeerschlaffung angemessener behandelt.
Eine Lipoabdominoplastik ist deshalb kein „kleines Bodylift“. Beide Verfahren behandeln unterschiedliche Ausgangssituationen. Die Abgrenzung erläutere ich ausführlicher im Beitrag „Bauchdeckenstraffung oder Bodylift nach Gewichtsabnahme: Welcher Eingriff passt zu welchem Befund?“.
Welche Rolle spielt die Durchblutung der Bauchdecke?
Bei einer Lipoabdominoplastik müssen Fettabsaugung und Straffung so aufeinander abgestimmt werden, dass die Blutversorgung der verbleibenden Bauchhaut möglichst geschont wird.
Die Bauchhaut wird über zahlreiche kleinere Blutgefäße versorgt, die aus tieferen Gewebeschichten zur Haut ziehen. Diese Gefäße werden als Perforatorgefäße bezeichnet.
Bei modernen Operationskonzepten wird deshalb versucht, die Bauchdecke nur dort vom tieferen Gewebe zu lösen, wo dies für die Straffung tatsächlich erforderlich ist. Dadurch können möglichst viele dieser Gefäßverbindungen erhalten bleiben.
Das ist besonders relevant, wenn gleichzeitig Fett abgesaugt wird. Je umfangreicher Fettabsaugung und Gewebemobilisation miteinander kombiniert werden, desto sorgfältiger muss geplant werden, welche Regionen behandelt werden können, ohne die Durchblutung der verbleibenden Haut unnötig zu beeinträchtigen.
Nicht jede technisch mögliche Fettabsaugung sollte deshalb automatisch Bestandteil einer Bauchdeckenstraffung sein.
Erhöht eine zusätzliche Fettabsaugung das Komplikationsrisiko?
Eine Metaanalyse von Xia und Mitarbeitern umfasste 17 Studien mit insgesamt 14.061 Patientinnen und Patienten. Im Vergleich zur Abdominoplastik allein fand sich kein Hinweis auf eine höhere Gesamtkomplikationsrate durch die Lipoabdominoplastik. Für Serome und Hämatome wurden in der kombinierten Gruppe sogar niedrigere Raten beobachtet.
Diese Ergebnisse müssen zurückhaltend interpretiert werden. Die eingeschlossenen Untersuchungen unterschieden sich hinsichtlich Patientenselektion, Operationstechnik und Umfang der Liposuktion und waren überwiegend keine randomisierten direkten Vergleiche.
Ein weiterer systematischer Review untersuchte nekrotische Komplikationen nach Abdominoplastik mit und ohne zusätzliche partielle beziehungsweise zirkuläre Liposuktion. Auch hier zeigte sich kein Hinweis auf ein erhöhtes Hautnekroserisiko durch die zusätzliche Fettabsaugung.
Die vorhandene Evidenz spricht damit nicht dafür, dass die Kombination bei geeigneter Patientenselektion und angepasster Operationstechnik grundsätzlich höhere Komplikationsraten verursachen muss. Sie erlaubt jedoch ebenso wenig die Schlussfolgerung, dass jede Kombination unabhängig von Technik, Umfang und Ausgangsbefund gleichermaßen geeignet ist.
Was wissen wir speziell nach ausgeprägter Gewichtsabnahme?
Für diese Patientengruppe ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich.
Die größeren Sicherheitsstudien zur Lipoabdominoplastik untersuchten überwiegend keine ausschließlich postbariatrischen oder anderweitig nach massiver Gewichtsabnahme definierten Kollektive. Ihre Ergebnisse lassen sich deshalb nicht uneingeschränkt übertragen.
Eine deutsche retrospektive Untersuchung von Motamedi, Almeida und Allert analysierte 20 postbariatrische Patientinnen, bei denen eine Lipoabdominoplastik als Alternative zu einer Fleur-de-Lis-Abdominoplastik durchgeführt wurde. Die kleine Serie zeigt, dass ein solches Konzept bei ausgewählten Patientinnen durchführbar sein kann. Aufgrund der geringen Fallzahl und des retrospektiven Studiendesigns lässt sich daraus jedoch keine allgemeine Empfehlung ableiten.
Eine 2026 veröffentlichte Metaanalyse untersuchte darüber hinaus 27 Studien mit 6.328 Patientinnen und Patienten nach metabolisch-bariatrischer Chirurgie, die sich einer Abdominoplastik unterzogen hatten. Serome und Hämatome traten in dieser Gruppe häufiger auf als bei Patientinnen und Patienten ohne vorausgegangene bariatrische Operation; für mehrere andere untersuchte Komplikationen zeigten sich dagegen keine signifikanten Unterschiede. Diese Daten beziehen sich auf Abdominoplastiken nach bariatrischer Chirurgie und nicht spezifisch auf Lipoabdominoplastiken.
Gerade nach großer Gewichtsabnahme bleiben daher Gewebequalität, Ernährungszustand, Gewichtsverlauf, vorausgegangene bariatrische Eingriffe und der erforderliche Operationsumfang wesentliche Bestandteile der individuellen Risikobeurteilung.
Serome: Nicht allein die Liposuktion entscheidet
Serome sind Flüssigkeitsansammlungen im Operationsgebiet und gehören zu den häufigeren lokalen Komplikationen nach Bauchdeckenstraffungen.
Ihr Auftreten wird jedoch nicht allein dadurch bestimmt, ob zusätzlich Fett abgesaugt wurde. Auch Ausmaß der Präparation, Erhalt anatomischer Gewebeschichten und Verschlusstechnik spielen eine wesentliche Rolle.
Eine Netzwerk-Metaanalyse aus dem Jahr 2026 mit 22 Studien und 1.313 Patientinnen und Patienten zeigte insbesondere für den Erhalt der Scarpa-Faszie – einer festen Bindegewebsschicht des Unterhautfettgewebes – und für sogenannte Progressive-Tension-Sutures günstige Signale hinsichtlich der Seromprävention. Bei diesen Nähten werden die mobilisierten Gewebeschichten schrittweise wieder am Untergrund fixiert, um Hohlräume und Scherbewegungen zu verringern. Eine weitere systematische Übersichtsarbeit fand ebenfalls niedrigere Seromraten bei dieser Nahttechnik im Vergleich zu alleiniger Drainage.
Die Daten erlauben kein für alle Patientinnen und Patienten verbindliches Vorgehen. Sie verdeutlichen jedoch, dass das Seromrisiko durch die gesamte Operationstechnik und nicht allein durch die zusätzliche Fettabsaugung beeinflusst wird.
Gibt es eine maximale Menge Fett, die gleichzeitig abgesaugt werden sollte?
Eine wissenschaftlich allgemeingültige Literzahl lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten.
Eine große Datenbankanalyse von 11.191 Abdominoplastiken untersuchte auch die Kombination mit Rumpfliposuktion und das Volumen des Lipoaspirats. In diesem Kollektiv war ein zunehmendes Lipoaspiratvolumen nach multivariater Analyse nicht unabhängig mit einer höheren Komplikationsrate verbunden.
Daraus ergibt sich jedoch keine universelle „sichere Höchstmenge“.
Die operative Gesamtbelastung hängt unter anderem von behandelter Fläche, Operationsdauer, gleichzeitigem Straffungsumfang, Flüssigkeitsmanagement, Blutverlust und den individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen ab. Zusätzlich können institutionelle, anästhesiologische oder regulatorische Vorgaben gelten.
Entscheidend ist deshalb nicht eine abstrakte Literzahl, sondern welcher Umfang der Fettabsaugung innerhalb des konkreten Operationskonzeptes medizinisch vertretbar ist und für die geplante Kontur tatsächlich einen Nutzen besitzt.
Welche Rolle spielt eine Rektusdiastase?
Neben Hautüberschuss und Fettverteilung muss bei der Beurteilung des Bauches auch die Bauchwand berücksichtigt werden.
Als Rektusdiastase bezeichnet man ein Auseinanderweichen der beiden geraden Bauchmuskeln entlang der Mittellinie. Die Muskeln selbst sind dabei in der Regel nicht gerissen. Vielmehr ist das zwischen ihnen liegende Bindegewebe, die sogenannte Linea alba, verbreitert und nachgiebiger geworden.
Eine ausgeprägtere Rektusdiastase kann dazu führen, dass der Bauch trotz relativ geringer Fettmenge nach vorne gewölbt erscheint. Im Seitenprofil fällt häufig eine eher gleichmäßige Vorwölbung des mittleren oder unteren Bauches auf. Manche Patientinnen und Patienten beschreiben, dass der Bauch trotz Gewichtsabnahme oder Training nicht wirklich flach wird.
Typisch kann außerdem sein, dass sich beim Aufrichten aus dem Liegen, beim Husten oder beim Anspannen der Bauchmuskulatur entlang der Mittellinie eine längliche Vorwölbung oder ein dachförmiges Hervortreten zeigt. Dieses Phänomen wird gelegentlich als „Doming“ oder „Coning“ bezeichnet.
Das äußere Erscheinungsbild allein reicht jedoch nicht zur Diagnose aus. Eine ähnliche Bauchform kann beispielsweise auch durch viszerales Fett innerhalb der Bauchhöhle, einen Haut- und Gewebeüberschuss, eine ausgeprägte Hohlkreuzhaltung oder andere Veränderungen der Bauchwand entstehen. Entscheidend ist deshalb die körperliche Untersuchung.
Eine Fettabsaugung kann eine Rektusdiastase nicht korrigieren.
Besteht eine relevante Rektusdiastase und ist eine operative Korrektur angezeigt, kann die verbreiterte Bauchwand im Rahmen der Bauchdeckenstraffung durch Nähte stabilisiert und zur Mittellinie hin gerafft werden. Dieses Verfahren wird als Plikation bezeichnet.
Vereinfacht gesagt wird dabei nicht der Bauchmuskel selbst „gestrafft“. Vielmehr wird die ausgedehnte Bindegewebsschicht über beziehungsweise zwischen den geraden Bauchmuskeln so vernäht, dass die Bauchwand wieder stabiler und schmaler angelegt wird.
Bei der Operationsplanung werden damit drei unterschiedliche Ebenen getrennt beurteilt: Haut- und Gewebeüberschuss, lokalisierte Fettdepots sowie die Bauchwand.
Welche gesundheitlichen Voraussetzungen sind wichtig?
Gerade nach ausgeprägter Gewichtsabnahme sind Gewichtsstabilität, BMI, Ernährungs- und Eiweißstatus, mögliche Mangelzustände, Nikotinkonsum, Begleiterkrankungen und thromboembolische Risikofaktoren in die präoperative Beurteilung einzubeziehen.
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse bei postbariatrischen Body-Contouring-Patientinnen und -Patienten zeigte Zusammenhänge zwischen präoperativem BMI, Resektionsgewicht und Komplikationswahrscheinlichkeit. Solche Ergebnisse dürfen jedoch nicht als starre Grenzwerte auf jede Patientin und jeden Patienten übertragen werden.
Eine größere körperformende Operation sollte zudem erst geplant werden, wenn der Gewichtsverlauf ausreichend stabil und die gesundheitlichen Voraussetzungen geeignet erscheinen.
Die besonderen Aspekte nach einer GLP-1- beziehungsweise GIP-/GLP-1-basierten Gewichtsabnahme werden im gesonderten Beitrag „Hautstraffung nach GLP-1-Gewichtsabnahme: Warum Zeitpunkt und Vorbereitung entscheidend sind“ ausführlich behandelt.
Wenn nach einer größeren Gewichtsabnahme mehrere Körperregionen gleichzeitig betroffen sind, behandelt der Beitrag „Mehrere Hautstraffungen nach Gewichtsabnahme: Welche Eingriffe lassen sich sinnvoll kombinieren?“ die Frage nach einem einzeitigen oder mehrstufigen Vorgehen.
Wann ist Zurückhaltung bei einer zusätzlichen Fettabsaugung sinnvoll?
Auch bei vorhandenen Fettdepots muss deren gleichzeitige Behandlung nicht immer sinnvoll sein.
Zurückhaltung kann angezeigt sein, wenn die zusätzliche Liposuktion den Gesamtumfang der Operation unverhältnismäßig vergrößern würde, die Gewebedurchblutung oder gesundheitliche Voraussetzungen eine Begrenzung nahelegen oder für die Gesamtkontur nur ein geringer zusätzlicher Nutzen zu erwarten ist.
Technische Machbarkeit und medizinischer Nutzen sind deshalb nicht gleichzusetzen.
Meine persönliche fachärztliche Einschätzung
Bei der Planung einer Bauchdeckenstraffung nach Gewichtsabnahme beurteile ich den Bauch nicht isoliert.
Entscheidend ist für mich die dreidimensionale Verteilung der Veränderungen: Wie ausgeprägt ist der Hautüberschuss? Wo liegen relevante Fettdepots? Wie setzt sich die Kontur nach seitlich und zum Rücken fort? Besteht eine Rektusdiastase? Und welche dieser Veränderungen lassen sich innerhalb eines gemeinsamen Operationskonzeptes sinnvoll behandeln?
Dabei unterscheide ich bewusst zwischen einer Region, die technisch abgesaugt werden könnte, und einer Region, deren Behandlung für die gesamte Rumpfkontur tatsächlich einen erkennbaren Nutzen hat.
Gerade nach größerer Gewichtsabnahme besteht die operative Aufgabe häufig nicht darin, möglichst viel Fett zusätzlich zu entfernen. Hautstraffung und Volumenreduktion sollten vielmehr so aufeinander abgestimmt werden, dass die unterschiedlichen Ursachen der veränderten Kontur gezielt behandelt werden, ohne den Eingriff unnötig auszuweiten.
Eine ausgeprägte seitliche oder rückwärtige Gewebeerschlaffung lässt sich beispielsweise nicht dadurch korrigieren, dass die Fettabsaugung an Taille oder Flanken immer weiter ausgedehnt wird. In einer solchen Situation kann eine erweiterte Abdominoplastik oder ein Bodylift die sinnvollere Lösung sein.
Mein Ziel ist deshalb nicht eine möglichst umfangreiche Lipoabdominoplastik, sondern ein Operationskonzept, bei dem Hautstraffung, Fettabsaugung und gegebenenfalls eine Stabilisierung der Bauchwand jeweils eine klar begründete Aufgabe erfüllen.
Lipoabdominoplastik nach Gewichtsabnahme: Der Befund entscheidet
Eine Lipoabdominoplastik kann sinnvoll sein, wenn Haut- und Gewebeüberschuss am Bauch und lokalisierte Fettdepots gemeinsam zur veränderten Rumpfkontur beitragen.
Nicht die größtmögliche zusätzliche Fettabsaugung verbessert eine Bauchdeckenstraffung, sondern die gezielte Behandlung derjenigen Fettdepots, die für die Gesamtkontur tatsächlich relevant sind.
Reicht die Gewebeerschlaffung dagegen deutlich über den vorderen Bauch hinaus, muss ein weiterführendes Straffungskonzept geprüft werden.
Häufige Fragen zur Lipoabdominoplastik nach Gewichtsabnahme
Warum kann die Bauchkontur in den ersten Wochen noch unregelmäßig oder asymmetrisch wirken?
Nach einer Lipoabdominoplastik ist die sichtbare Kontur zunächst stark durch den Heilungsverlauf geprägt. Schwellungen können an Bauch, Taille und Flanken unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Auch verhärtete oder knotig wirkende Gewebeareale sind nach einer Fettabsaugung nicht ungewöhnlich.
Hinzu kommt, dass sich die operierten Gewebeschichten erst allmählich wieder miteinander verbinden und an die neue Kontur anpassen. Deshalb können einzelne Regionen vorübergehend fester, voller oder weniger gleichmäßig erscheinen als andere.
Solche frühen Veränderungen dürfen nicht vorschnell als endgültige Konturunregelmäßigkeit bewertet werden. Eine ausführlichere Einordnung postoperativer Schwellungen finden Sie im Beitrag „Schwellungen nach plastischer Chirurgie: Was ist normal – und wann ist eine ärztliche Kontrolle sinnvoll?“.
Wie lange können Taubheitsgefühl und Spannungsgefühl am Bauch bestehen?
Bei einer Bauchdeckenstraffung werden Haut und Unterhautgewebe über eine größere Fläche mobilisiert. Dabei werden zwangsläufig auch kleine sensible Hautnerven durchtrennt oder vorübergehend beeinträchtigt.
Ein vermindertes Hautgefühl, insbesondere im unteren Bauchbereich zwischen Bauchnabel und Operationsnarbe, ist deshalb nach der Operation häufig. Auch ein ausgeprägtes Spannungsgefühl kann in den ersten Wochen bestehen.
Die Sensibilität kann sich über viele Monate schrittweise erholen. Kleinere Areale mit dauerhaft verändertem Hautgefühl sind jedoch möglich. Das Spannungsgefühl nimmt normalerweise deutlich früher ab, wenn Schwellung und Gewebespannung zurückgehen.
Kommt das abgesaugte Fett später wieder zurück?
Die bei einer Liposuktion entfernten Fettzellen werden nicht einfach neu gebildet. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Körperkontur unabhängig vom weiteren Gewichtsverlauf unverändert bleibt.
Die verbliebenen Fettzellen können bei einer deutlichen Gewichtszunahme größer werden. Dadurch kann auch in behandelten Regionen wieder mehr Volumen entstehen. Zusätzlich kann sich Fett an anderen Körperregionen stärker bemerkbar machen.
Eine Fettabsaugung verhindert deshalb weder eine spätere Gewichtszunahme noch ersetzt sie eine langfristig stabile Gewichtssituation. Sie verändert die lokale Fettverteilung, nicht jedoch die grundsätzliche Fähigkeit des Körpers, Fett einzulagern.
Wovon hängt ab, wie lang die Narbe nach einer Lipoabdominoplastik wird?
Die Länge der Hauptnarbe wird vor allem durch das Ausmaß und die seitliche Ausdehnung des zu entfernenden Hautüberschusses bestimmt.
Nach einer größeren Gewichtsabnahme reicht die Gewebeerschlaffung häufig weiter zu den Flanken als beispielsweise nach einer Schwangerschaft bei ansonsten stabilem Körpergewicht. Eine ausreichend lange Schnittführung kann dann notwendig sein, um seitliche Hautfalten oder sogenannte Dog Ears möglichst zu vermeiden.
Eine möglichst kurze Narbe ist deshalb nicht automatisch eine bessere Narbe. Entscheidend ist vielmehr, dass ihre Länge und Position zum vorhandenen Hautüberschuss und zur geplanten Straffung passen.
Bei einer vollständigen Bauchdeckenstraffung entsteht zusätzlich eine Narbe um den Bauchnabel. Für die Fettabsaugung werden an geeigneten Stellen wenige millimetergroße Hautinzisionen benötigt, über die die Absaugkanülen eingeführt werden.
Wann lässt sich beurteilen, ob eine weitere Korrektur überhaupt notwendig ist?
Diese Entscheidung sollte nicht während der frühen Heilungsphase getroffen werden.
Schwellungen, Gewebeverhärtungen, Narbenzug und eine zunächst ungleichmäßige Kontur können sich über mehrere Monate verändern. Nach etwa drei Monaten lässt sich die Entwicklung meist wesentlich besser beurteilen. Eine belastbarere Einschätzung der endgültigeren Kontur ist häufig erst nach etwa sechs Monaten möglich.
Kleinere Veränderungen von Narben und Gewebe können sich auch danach noch fortsetzen. Eine operative Korrektur sollte deshalb – sofern kein medizinischer Grund für ein früheres Eingreifen besteht – in der Regel erst nach weitgehend abgeschlossener Heilung diskutiert werden.
Wie dauerhaft ist das Ergebnis einer Lipoabdominoplastik?
Entfernte Haut- und Fettanteile entstehen nicht einfach erneut. Trotzdem bleibt auch operiertes Gewebe biologischen Veränderungen unterworfen.
Größere Gewichtsschwankungen, Schwangerschaften, Alterungsprozesse und die individuelle Bindegewebsqualität können die Rumpfkontur im weiteren Verlauf verändern. Nach einer sehr großen Gewichtsabnahme ist zudem die Elastizität des verbliebenen Gewebes häufig dauerhaft reduziert.
Das Ziel einer Lipoabdominoplastik ist deshalb keine unveränderliche Körperform, sondern eine möglichst dauerhafte Verbesserung der Kontur unter den gegebenen körperlichen Voraussetzungen. Ein stabiles Körpergewicht trägt wesentlich dazu bei, das erreichte Ergebnis langfristig zu erhalten.
Persönliche Beratung bei Hanseatic Facelift
Bei Hanseatic Facelift berate ich Patientinnen und Patienten nach ausgeprägter Gewichtsabnahme persönlich zu den Möglichkeiten einer Bauchdeckenstraffung, Lipoabdominoplastik oder eines weiterführenden körperformenden Operationskonzeptes.
Im Mittelpunkt steht zunächst die genaue Analyse von Hautüberschuss, Fettverteilung, Bauchwand und gesamter Rumpfkontur.
Erst daraus ergibt sich, ob eine Bauchdeckenstraffung allein, die Kombination mit einer gezielten Fettabsaugung oder ein umfangreicheres Straffungskonzept die angemessenere Lösung darstellt.
Die Einschätzung erfolgt auf Grundlage des individuellen Befundes, der gesundheitlichen Voraussetzungen und der persönlichen Wünsche.
Sämtliche operativen Eingriffe werden von mir persönlich durchgeführt.
Beratungstermine sind in Hamburg und Pinneberg möglich.
Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Telefon: 040 22 85 44 97
E-Mail: info@hanseatic-facelift.de
Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung oder Beratung.
Ob eine Lipoabdominoplastik, eine Bauchdeckenstraffung ohne zusätzliche Liposuktion oder ein anderes körperformendes Operationskonzept sinnvoll ist, kann nur anhand des individuellen Befundes, des Gewichtsverlaufs und der gesundheitlichen Voraussetzungen beurteilt werden.
Medizinische Quellen
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