Schwarz-Weiß-Aufnahme einer weiblichen Brustkontur als Symbolbild für eine Bruststraffung mit Implantaten

Bruststraffung mit Implantaten: Wann ist eine Augmentationsmastopexie sinnvoll?

von Dr. med. Stephan Grzybowski, hanseatic-facelift

Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Veröffentlicht: Juli 2022
Zuletzt medizinisch überprüft: Oktober 2026

Eine Bruststraffung mit Implantaten kann sinnvoll sein, wenn eine erschlaffte Brust gleichzeitig an Volumen verloren hat. Erschlaffung und Volumenverlust sind jedoch zwei unterschiedliche Veränderungen, die nicht zwangsläufig mit derselben Operation behandelt werden müssen.

Eine Bruststraffung verändert vor allem Form, Position und Hautmantel der Brust. Eine Brustvergrößerung mit Implantaten ergänzt dagegen Volumen und kann insbesondere die Fülle des oberen Brustpols beeinflussen.

Sind sowohl eine relevante Erschlaffung als auch ein Volumendefizit vorhanden, können beide Verfahren miteinander kombiniert werden. Diese Operation wird als Augmentationsmastopexie bezeichnet.

Entscheidend ist, ob zusätzlich zur Straffung tatsächlich mehr Volumen benötigt wird und ob Gewebequalität, Hautmantel und gewünschtes Implantatvolumen eine stabile Kombination zulassen.

Eine Augmentationsmastopexie ist deshalb kein Standardverfahren für jede erschlaffte Brust, sondern das Ergebnis einer individuellen Operationsplanung.

Wann ist eine Bruststraffung mit Implantaten sinnvoll?

Bei einer Bruststraffung wird die Brust neu geformt und angehoben. Überschüssige Haut wird entfernt, vorhandenes Brustgewebe umgeformt und der Mamillen-Areola-Komplex entsprechend der anatomischen Ausgangssituation neu positioniert. Eine Entfernung von Brustdrüsengewebe ist dabei nicht grundsätzlich erforderlich.

Ein zusätzlich eingesetztes Implantat erfüllt eine andere Aufgabe: Es ergänzt Volumen und kann Projektion sowie Fülle des oberen Brustpols beeinflussen.

Eine Augmentationsmastopexie verbindet beide Prinzipien. Sie kommt deshalb vor allem dann infrage, wenn gleichzeitig eine relevante Ptose – also ein Absinken der Brust beziehungsweise des Mamillen-Areola-Komplexes – und ein Volumendefizit bestehen und zusätzlich mehr Brustvolumen gewünscht wird.

Eine solche Ausgangssituation kann beispielsweise nach Schwangerschaften, größeren Gewichtsveränderungen oder im Rahmen altersbedingter Veränderungen entstehen.

Für die Indikation sind vorhandenes Brustgewebe, Ausmaß des Hautüberschusses, Brustbreite, Gewebequalität und gewünschte Projektion maßgeblich.

Die Augmentationsmastopexie ist damit keine „umfangreichere Bruststraffung“, sondern die Kombination zweier unterschiedlicher Korrekturziele.

Wann reicht eine Bruststraffung oder Brustvergrößerung allein aus?

Ist ausreichend eigenes Brustvolumen vorhanden und besteht kein Wunsch nach einer Vergrößerung, kann eine Bruststraffung ohne Implantat die passendere Lösung sein. Das vorhandene Brustgewebe wird dabei innerhalb des gestrafften Hautmantels neu geformt und repositioniert.

Besteht dagegen vor allem ein Volumenverlust bei nur geringem Hautüberschuss und weitgehend regelrechter Position des Mamillen-Areola-Komplexes, kann in ausgewählten Fällen eine Brustvergrößerung ohne zusätzliche Straffung ausreichen.

Ein Implantat kann eine ausgeprägte Ptose jedoch nicht zuverlässig korrigieren. Bei deutlich abgesunkener Brustwarze oder relevantem Hautüberschuss erhöht ein größeres Implantat zwar das Volumen, korrigiert die bestehende Ptose aber nicht und kann den Haut- und Gewebemantel zusätzlich belasten.

Die Entscheidung zwischen Bruststraffung, Brustvergrößerung und Augmentationsmastopexie sollte deshalb anhand der tatsächlichen Anatomie und des gewünschten Behandlungsziels getroffen werden – nicht allein anhand des gewünschten Brustvolumens.

Warum sind Gewebequalität und Implantatwahl besonders wichtig?

Weil bei einer Augmentationsmastopexie der Hautmantel gestrafft und gleichzeitig durch zusätzliches Implantatvolumen belastet wird, sind Gewebequalität, Brustbreite, Implantatposition und Stabilität der Implantattasche besonders wichtig.

Ein größeres Implantat erzeugt mehr Volumen und Projektion, belastet den gestrafften Haut- und Gewebemantel aber stärker.

Insbesondere bei dünner Haut, geringer Gewebestabilität oder ausgeprägter Ptose muss deshalb sorgfältig abgewogen werden, welches zusätzliche Volumen vertretbar erscheint.

Eine aktuelle Langzeituntersuchung fand bei Implantaten mit hoher Projektion einen statistischen Zusammenhang mit implantat- und gewebebezogenen Komplikationen. Daraus lässt sich keine allgemeingültige Grenze für Implantatgröße oder -projektion ableiten. Die Beobachtung unterstreicht jedoch die Bedeutung einer an Brustbreite, Gewebequalität und gewünschter Form orientierten Implantatwahl.

Ziel sollte nicht sein, möglichst viel Volumen in einen möglichst stark gestrafften Hautmantel einzubringen.

Entscheidend ist vielmehr ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Implantat, vorhandenem Brustgewebe und Hautmantel.

Einzeitig oder zweizeitig operieren?

Eine Bruststraffung mit Implantaten kann innerhalb einer Operation durchgeführt werden.

Bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen ist dieses einzeitige Vorgehen etabliert und in zahlreichen klinischen Serien beschrieben.

Eine systematische Übersichtsarbeit von 23 Studien mit insgesamt 4.856 kombinierten Eingriffen errechnete eine gepoolte Gesamtkomplikationsrate von 13,1 Prozent und eine Reoperationsrate von 10,7 Prozent. Die Aussagekraft dieser Zahlen ist jedoch durch unterschiedliche Operationstechniken, Definitionen und überwiegend kurze Nachbeobachtungszeiten begrenzt.

Auch Langzeitdaten zeigen, dass spätere Korrekturen Teil der präoperativen Aufklärung sein sollten. In einer 2026 veröffentlichten Serie von 289 einzeitigen Augmentationsmastopexien wurde bei einer medianen Nachbeobachtung von 46 Monaten bei 19,4 Prozent der Patientinnen eine Reoperation dokumentiert.

Diese Zahlen lassen sich nicht unmittelbar miteinander vergleichen und stellen keine persönliche Risikoprognose dar.

Bei ungünstigen Gewebeverhältnissen, ausgeprägter Ptose oder schwer vorhersehbarem Volumenbedarf kann deshalb ein zweizeitiges Vorgehen sinnvoll sein.

Dabei wird beispielsweise zunächst die Brust gestrafft. Nach Ausheilung und Stabilisierung der neuen Form kann anschließend beurteilt werden, ob und welches zusätzliche Volumen tatsächlich noch gewünscht wird.

Ein solches Vorgehen bedeutet zwei Operationen, kann aber bei komplexen Ausgangsbefunden die Planung der einzelnen Schritte vereinfachen.

Eine allgemeingültige Regel, wann ein- oder zweizeitig operiert werden sollte, gibt es nicht.

Welche Risiken sind besonders zu berücksichtigen?

Eine Augmentationsmastopexie umfasst sowohl die Risiken einer Bruststraffung als auch implantatspezifische Risiken.

Zu den möglichen gewebebezogenen Komplikationen gehören Wundheilungsstörungen, auffällige Narben, Asymmetrien, erneute Erschlaffung der Brust sowie Veränderungen von Form oder Position des Mamillen-Areola-Komplexes.

Implantatbezogen können unter anderem Kapselfibrose, Implantatfehlposition, Rippling oder Implantatruptur auftreten.

Auch langfristig kann sich die Brust weiter verändern. Haut und Bindegewebe unterliegen natürlichen Alterungsprozessen, Gewichtsschwankungen und gegebenenfalls späteren Schwangerschaften.

Ein späterer Korrektureingriff bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass die ursprüngliche Operation fehlerhaft war. Er kann auch aufgrund einer erneuten Gewebeveränderung oder eines später veränderten Volumenwunsches erforderlich werden.

Welche Alternativen gibt es zu einem Implantat?

Wenn zusätzlich zur Straffung nur eine begrenzte Volumenverbesserung gewünscht wird, kann bei geeigneter Ausgangssituation Eigenfett eine Alternative sein.

Dabei wird Fettgewebe aus einer anderen Körperregion entnommen, aufbereitet und gezielt in die Brust eingebracht. Die erreichbare Volumenzunahme ist jedoch begrenzter und weniger exakt vorhersehbar als bei einem Implantat; gegebenenfalls sind mehrere Behandlungen erforderlich.

Auch das vorhandene Brustgewebe kann während der Straffung gezielt neu geformt und zur Verbesserung der Volumenverteilung genutzt werden.

Welche Möglichkeit sinnvoll ist, hängt von Ausgangsvolumen, Hautüberschuss, verfügbaren Fettreserven und gewünschter Veränderung ab.

Eine retrospektive Untersuchung zeigte zudem, dass ein Teil der ursprünglich für eine spätere Implantation vorgesehenen Patientinnen nach Mastopexie mit oder ohne Eigenfett darauf verzichtete. Daraus lässt sich keine allgemeine Empfehlung ableiten, die Beobachtung unterstreicht jedoch den Wert einer individuellen beziehungsweise stufenweisen Planung.

Meine persönliche fachärztliche Einschätzung

Bei einer erschlafften Brust steht für mich zunächst nicht die Frage nach einem Implantat im Vordergrund, sondern die Analyse von Brustposition, Hautmantel, Eigenvolumen und Gewebequalität.

Aus dieser Analyse ergibt sich, ob eine Straffung allein ausreicht, zusätzliches Volumen sinnvoll ist und ob ein- oder zweizeitig vorgegangen werden sollte.

Wenn ein Implantat eingesetzt wird, ist für mich nicht die größtmögliche Vergrößerung entscheidend, sondern ein Volumen, das zu Brustbreite, Gewebequalität und Hautmantel passt.

Ziel ist eine Brustform, bei der Position, Volumen und Gewebeverhältnisse ausgewogen zusammenpassen.

Häufige Fragen zur Augmentationsmastopexie

Kann eine bestehende Brustasymmetrie bei einer Augmentationsmastopexie mitberücksichtigt werden?

Ja. Unterschiede in Brustvolumen, Hautüberschuss, Brustwarzenposition oder Unterbrustfalte können in die Operationsplanung einbezogen werden.

Eine vollständige Symmetrie lässt sich jedoch auch operativ nicht garantieren. Entscheidend ist, welche Asymmetrien anatomisch korrigierbar sind und welche Unterschiede durch Brustkorb, Rippenform oder unterschiedliche Gewebeverhältnisse bedingt bleiben.

Welche Bedeutung hat die Unterbrustfalte bei der Planung?

Die Position und Stabilität der Unterbrustfalte beeinflussen Form, Sitz und Position eines Implantats.

Bei einer Augmentationsmastopexie muss deshalb beurteilt werden, ob die vorhandene Unterbrustfalte erhalten, angepasst oder neu definiert werden sollte. Diese Entscheidung hängt unter anderem von Brustform, Implantatgröße und Gewebequalität ab.

Beeinflussen frühere Brustoperationen die Planung?

Ja. Vorangegangene Brustoperationen können Narben, Gewebeverschiebungen und Veränderungen der Durchblutung hinterlassen.

Auch vorhandene Implantattaschen, frühere Straffungsnarben oder bereits entfernte Brustdrüsenanteile können die Operationsstrategie beeinflussen. Deshalb ist die genaue Kenntnis früherer Eingriffe für die Planung besonders wichtig.

Kann nach einer späteren Implantatentfernung erneut eine Straffung erforderlich werden?

Das ist möglich.

Wird ein Implantat Jahre später entfernt, verändert sich das vorhandene Brustvolumen. Abhängig von Implantatgröße, Hautqualität und Gewebeentwicklung kann anschließend ein erneuter Hautüberschuss oder eine veränderte Brustform sichtbar werden.

Ob gleichzeitig eine erneute Straffung sinnvoll ist, lässt sich erst anhand des dann bestehenden Befundes beurteilen.

Kann eine Augmentationsmastopexie später korrigiert werden, ohne alles erneut zu operieren?

In vielen Fällen ja.

Je nach Ursache kann sich eine spätere Korrektur beispielsweise auf Implantatposition, Implantatgröße, Narben, Brustwarzenposition oder einen begrenzten Hautüberschuss konzentrieren.

Welche Korrektur tatsächlich erforderlich ist, hängt vom aktuellen Befund und von der vorausgegangenen Operation ab.

Persönliche Beratung bei Hanseatic Facelift

Bei Hanseatic Facelift berate ich Patientinnen persönlich zur Frage, ob eine Bruststraffung allein, eine Brustvergrößerung oder eine Kombination beider Verfahren sinnvoll ist.

Dabei werden Brustvolumen, Hautüberschuss, Position des Mamillen-Areola-Komplexes, Gewebequalität, Körperproportionen und das gewünschte Ergebnis gemeinsam beurteilt.

Erst daraus ergibt sich, ob zusätzlich zur Straffung tatsächlich ein Implantat sinnvoll ist und ob beide Eingriffe einzeitig oder besser in mehreren Schritten erfolgen sollten.

Sämtliche operativen Eingriffe werden von mir persönlich durchgeführt.

Beratungstermine sind in Hamburg und Pinneberg möglich.

Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Telefon: 040 22 85 44 97
E-Mail: info@hanseatic-facelift.de

Medizinischer Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche fachärztliche Untersuchung oder individuelle Operationsplanung.

Ob eine Bruststraffung mit Implantaten sinnvoll ist und welches operative Vorgehen im individuellen Fall geeignet erscheint, kann nur anhand des persönlichen Befundes und der jeweiligen Gewebeverhältnisse beurteilt werden.

Medizinische Quellen

  1. Johnson J, Berry K, Dave V, et al.
    Augmentation, Mastopexy, and Augmentation-Mastopexy: Navigating Surgical Decision-Making and Optimizing Outcomes.
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    DOI: 10.1097/SAP.0000000000004792. PMID: 42330432.
  2. Lucocq J, Shoaib T.
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    DOI: 10.1016/j.jpra.2026.02.026. PMID: 41908623.
  3. Khavanin N, Jordan SW, Rambachan A, Kim JYS.
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  4. Lonie S, Karagiannis P, Tavakoli K.
    FAM-Fat Augmentation Mastopexy: A Method to Avoid Implants.
    Aesthetic Plastic Surgery. 2024;48(18):3637–3645.
    DOI: 10.1007/s00266-024-03895-5. PMID: 38418575.

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