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Narben nach einem Mommy Makeover: Heilung, Pflege und realistische Erwartungen

von Dr. med. Stephan Grzybowski, hanseatic-facelift

Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Veröffentlicht: Februar 2025
Zuletzt medizinisch überprüft: September 2026

Narben nach einem Mommy Makeover können je nach den tatsächlich durchgeführten Eingriffen an unterschiedlichen Körperregionen entstehen. Der Begriff bezeichnet kein fest definiertes Operationsverfahren, sondern ein Behandlungskonzept, das – abhängig vom Befund – verschiedene körperformende Eingriffe miteinander verbinden kann.

Typische Bestandteile sind eine Bauchdeckenstraffung, eine Bruststraffung, eine Brustvergrößerung oder Brustverkleinerung sowie eine Fettabsaugung. Ob mehrere Eingriffe in einer Operation kombiniert oder besser zeitlich getrennt durchgeführt werden, hängt von Operationsumfang, gesundheitlichen Voraussetzungen und Risikoprofil ab.

Wo Haut operativ durchtrennt wird, entsteht auch eine Narbe.

Eine möglichst unauffällige Narbenheilung beginnt deshalb nicht erst mit einer Narbencreme. Sie wird bereits durch Operationsplanung, Schnittführung, Gewebespannung, Wundheilungsverlauf und die persönlichen Voraussetzungen der Patientin beeinflusst.

Welche Narben entstehen bei einem Mommy Makeover?

Lage und Länge der Narben richten sich nach den tatsächlich durchgeführten Eingriffen.

Bauchdeckenstraffung

Bei einer klassischen Bauchdeckenstraffung verläuft die Narbe quer im unteren Bauchbereich. Ihre Länge richtet sich insbesondere nach Ausmaß und Verteilung des Haut- und Gewebeüberschusses. Bei einer vollständigen Abdominoplastik kann sich die Schnittführung bis in die seitliche Hüftregion erstrecken.

Wird der Nabel im Rahmen der Operation neu in die gestraffte Bauchhaut eingesetzt, entsteht zusätzlich eine Narbe um den Nabel. Bei begrenzteren Operationsverfahren kann die Schnittführung kürzer ausfallen.

Die Lage der Unterbauchnarbe wird nach Möglichkeit so geplant, dass sie durch Unterwäsche oder Badebekleidung bedeckt werden kann. Welche Position tatsächlich möglich ist, hängt von Anatomie und notwendigem Resektionsumfang ab.

Bruststraffung oder Brustverkleinerung

Bei einer Bruststraffung richtet sich das Narbenmuster nach Brustform, Hautüberschuss und notwendigem Straffungsumfang.

Abhängig von der Operationstechnik kann eine Narbe ausschließlich um den Warzenhof verlaufen. Häufig kommt eine senkrechte Narbe vom Warzenhof bis zur Unterbrustfalte hinzu. Bei größerem Hautüberschuss kann zusätzlich eine horizontale Narbe in der Unterbrustfalte erforderlich sein – die sogenannte T- beziehungsweise Ankerform.

Brustvergrößerung mit Implantaten

Bei einer Brustvergrößerung mit Implantaten wird für das Einbringen des Implantats ein operativer Zugang benötigt.

Häufig wird hierfür die Unterbrustfalte genutzt. Weitere mögliche Zugangswege sind unter anderem der Rand des Warzenhofs oder – in ausgewählten Situationen – die Achselregion. Welche Schnittführung geeignet ist, richtet sich nach Implantat, Anatomie und Operationsplanung.

Die daraus entstehende Narbe ist in der Regel deutlich kürzer als bei einer Bruststraffung.

Fettabsaugung

Eine Fettabsaugung wird über kleine Hautzugänge durchgeführt, durch die die Absaugkanülen eingeführt werden.

Auch diese Zugänge hinterlassen kleine Narben. Sie werden nach Möglichkeit an wenig auffälligen Stellen oder in natürlichen Hautfalten platziert.

Wovon hängt die spätere Narbenqualität ab?

Auch bei vergleichbarer Operationstechnik kann sich die spätere Narbenqualität von Patientin zu Patientin unterscheiden.

Einfluss haben unter anderem genetische Veranlagung, Körperregion, Haut- und Bindegewebseigenschaften, Spannung auf den Wundrändern, Wundheilungsstörungen oder Infektionen, Nikotinkonsum sowie eine persönliche Neigung zu hypertrophen Narben oder Keloiden. Auch die operative Planung und die Verteilung der Zugkräfte auf die Wunde spielen eine Rolle.

Das spätere Erscheinungsbild einer Narbe lässt sich deshalb vor einer Operation nicht exakt vorhersagen.

Wie verändert sich eine Narbe nach der Operation?

Eine frische Operationsnarbe entspricht nicht der später ausgereiften Narbe.

Zu Beginn kann sie rötlich oder rosafarben, fester als die umgebende Haut und vorübergehend leicht erhaben sein. Im weiteren Verlauf verändert sich das Narbengewebe während der sogenannten Remodellierungsphase. Kollagenstrukturen werden umgebaut, die Gefäßdichte nimmt ab und die Narbe wird häufig weicher, flacher und weniger auffällig.

Untersuchungen an menschlichen Operationsnarben zeigen deutliche Veränderungen während des gesamten ersten Jahres. In der chirurgischen Literatur wird für die weitgehende Narbenreifung häufig ein Zeitraum von etwa zwölf bis 18 Monaten beschrieben; bei einzelnen Narben können Veränderungen noch länger anhalten.

Eine Operationsnarbe sollte deshalb nicht bereits nach wenigen Wochen abschließend beurteilt werden.

Narben nach einem Mommy Makeover: Was unterstützt die Heilung?

Grundlage einer möglichst günstigen Narbenentwicklung ist zunächst eine ungestörte Wundheilung. Nicht alle darüber hinaus angebotenen Maßnahmen sind wissenschaftlich gleichermaßen gut untersucht.

Postoperative Nachsorge und Wundheilung

In den ersten Wochen steht nicht die kosmetische Behandlung der Narbe im Vordergrund, sondern die sichere Heilung der Operationswunden.

Dazu gehören eine dem Eingriff angepasste Wundpflege, die Wahrnehmung der Kontrolltermine, die Anwendung beziehungsweise Einnahme verordneter Medikamente sowie der Schutz der Operationsregion vor zu früher mechanischer Belastung.

Zunehmende Rötung oder Überwärmung, eine neu auftretende oder zunehmende Schwellung, Sekretion aus der Wunde, Fieber, eine sich öffnende Wunde oder stärker werdende Schmerzen sollten ärztlich kontrolliert werden.

Wie viel körperliche Belastung ist während der Heilung sinnvoll?

Eine frühe Mobilisation ist nach größeren plastisch-chirurgischen Eingriffen ein wichtiger Bestandteil der postoperativen Versorgung. Abhängig vom persönlichen Risikoprofil können zusätzlich mechanische oder medikamentöse Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe erforderlich sein.

Frühe Mobilisation bedeutet zugleich nicht, dass unmittelbar wieder normale körperliche Belastungen möglich sind.

Wann Sport, schweres Heben oder intensiveres Training wieder aufgenommen werden können, hängt wesentlich davon ab, welche Eingriffe durchgeführt wurden und wie die Heilung verläuft. Nach einer Bauchdeckenstraffung in Kombination mit einer Brustoperation bestehen andere Belastungsgrenzen als nach einer kleineren isolierten Fettabsaugung.

Sinnvoll ist deshalb eine schrittweise, am jeweiligen Eingriff und Heilungsverlauf orientierte Belastungssteigerung statt einer für alle Patientinnen geltenden starren Zeitangabe.

Warum Rauchen für die Wundheilung problematisch ist

Rauchen ist mit einem erhöhten Risiko für postoperative Komplikationen und Wundheilungsstörungen verbunden. Besonders relevant ist dies bei Eingriffen mit größeren Haut- und Gewebeverschiebungen, beispielsweise einer Bauchdeckenstraffung. Das Rauchverhalten sollte deshalb bereits in die Operationsplanung einbezogen werden.

Auch andere nikotinhaltige Produkte können für die Wundheilung und die Operationsplanung relevant sein und sollten vor einem Eingriff ausdrücklich angegeben werden.

Welche Rolle spielen Silikongel und Silikonauflagen?

Silikonbasierte Produkte gehören zu den am besten untersuchten konservativen Möglichkeiten der Narbenbehandlung. Internationale Empfehlungen führen Silikongel beziehungsweise Silikonauflagen als nichtinvasive Behandlungsoption insbesondere zur Prävention und Behandlung hypertropher Narben und Keloide.

Systematische Übersichten randomisierter Studien zeigen, dass Silikonprodukte einzelne Narbeneigenschaften verbessern können. Die Studien unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Patientenzahl, Bewertungsverfahren und Nachbeobachtungszeit. Eine unauffällige Narbenheilung lässt sich daraus nicht garantieren.

Silikonauflagen sind für intakte Haut vorgesehen und sollten nicht auf offene Wunden aufgebracht werden. Der Beginn einer Silikonbehandlung sollte daher nach sicherem Wundverschluss und entsprechend der ärztlichen Empfehlung erfolgen.

Ob Gel oder Auflage besser geeignet ist und wie lange die Anwendung sinnvoll erscheint, richtet sich nach Lokalisation, Hautverträglichkeit und Entwicklung der Narbe.

Sonnenschutz gehört zur Narbenpflege

Junge Narben können auf UV-Strahlung mit länger anhaltenden Farbveränderungen reagieren.

Nach abgeschlossener Wundheilung ist deshalb ein konsequenter Sonnenschutz sinnvoll. Neben bedeckender Kleidung wird bei exponierten Narben ein Breitband-Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 empfohlen.

Bei frischen, noch nicht verheilten Wunden steht dagegen zunächst der mechanische Schutz der Wunde entsprechend der postoperativen Anweisung im Vordergrund.

Ist eine Narbenmassage sinnvoll?

Narbenmassagen werden nach Operationen häufig eingesetzt.

Für lineare postoperative Narben ist die wissenschaftliche Evidenz jedoch weniger eindeutig, als ihre verbreitete Anwendung vermuten lässt. Untersuchungen zeigen mögliche positive Effekte, gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede hinsichtlich Massagetechnik, Behandlungsdauer, Beginn der Behandlung und untersuchten Narbentypen.

Eine frische oder noch nicht sicher verheilte Wunde sollte nicht massiert werden.

Ob und wann eine Narbenmassage sinnvoll ist, sollte anhand des jeweiligen Befundes entschieden werden.

Muss ich spezielle Narbencremes verwenden?

Für zahlreiche frei verkäufliche Narbenpräparate ist eine spezifische Wirkung auf die Narbenentwicklung wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Silikonbasierte Produkte sind im Vergleich deutlich besser untersucht.

Eine einfache Hautpflege kann nach abgeschlossener Wundheilung trockene oder empfindliche Haut geschmeidig halten. Sie ist jedoch nicht mit einer gezielten Behandlung auffälliger Narben gleichzusetzen.

Wann sollte eine Narbe ärztlich kontrolliert werden?

Eine gewisse Rötung, Festigkeit oder leichte Erhabenheit kann während der frühen Narbenreifung auftreten.

Eine ärztliche Beurteilung ist insbesondere sinnvoll, wenn eine Narbe zunehmend dicker oder stärker erhaben wird, ausgeprägt juckt oder schmerzt, sich zusammenzieht, über längere Zeit stark gerötet bleibt oder sich über die ursprünglichen Grenzen der Operationswunde hinaus ausdehnt.

Bei einer hypertrophen Narbe bleibt die überschießende Narbenbildung innerhalb der ursprünglichen Wundgrenzen. Ein Keloid wächst dagegen über die ursprünglichen Wundränder hinaus. Diese Unterscheidung ist für die weitere Behandlung relevant.

Welche Möglichkeiten gibt es bei einer auffälligen Narbe?

Nicht jede auffällige Narbe muss behandelt werden. Bei ausgeprägter Verdickung, anhaltender Rötung, Beschwerden oder funktioneller Beeinträchtigung kann eine gezielte Behandlung jedoch sinnvoll sein.

Zu den möglichen Verfahren gehören unter anderem silikonbasierte Behandlungen, ausgewählte Tape- oder Druckverfahren, gezielte Injektionen mit Kortisonpräparaten in verdicktes Narbengewebe, verschiedene Lasertherapien und in bestimmten Situationen eine operative Narbenkorrektur.

Welche Maßnahme geeignet ist, richtet sich wesentlich danach, ob eine unreife lineare Operationsnarbe, eine hypertrophe Narbe oder ein Keloid vorliegt.

Aktuelle systematische Untersuchungen zeigen, dass mehrere Verfahren wirksam sein können. Aufgrund der unterschiedlichen Narbentypen und Behandlungsprotokolle lässt sich jedoch kein einzelner Ansatz als universell überlegen ansehen. Sinnvoll ist deshalb eine an Narbentyp und klinischem Befund angepasste Behandlung.

Meine persönliche fachärztliche Einschätzung

Eine Narbe lässt sich nach einer Operation nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist vielmehr, die notwendige Schnittführung so günstig wie möglich zu planen und anschließend Voraussetzungen für eine möglichst ungestörte Heilung zu schaffen.

Bei Narben nach einem Mommy Makeover ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass mehrere Operationsregionen gleichzeitig betroffen sein können. Eine Bauchdeckenstraffung stellt andere Anforderungen an Mobilisation, Gewebespannung und Nachbehandlung als eine Brustoperation oder eine Fettabsaugung.

Die Nachsorge sollte deshalb nicht aus einem allgemeinen „Narbenprogramm“ bestehen, sondern an die tatsächlich durchgeführten Eingriffe und den Heilungsverlauf angepasst werden. Auch das spätere Operationsergebnis sollte immer zusammen mit der langfristigen Entwicklung der Narben beurteilt werden.

Häufige Fragen zu Narben nach einem Mommy Makeover

Kann man Narben nach einem Mommy Makeover vollständig vermeiden?

Nein. Jeder operative Hautschnitt hinterlässt eine Narbe.

Ziel ist es, die erforderlichen Schnitte möglichst günstig zu positionieren, unnötige Gewebespannung zu vermeiden und die anschließende Wundheilung sorgfältig zu begleiten.

Wie lange bleiben die Narben rot?

Das ist unterschiedlich. Während der ersten Monate können Operationsnarben deutlich rötlicher oder dunkler als die umgebende Haut erscheinen.

Mit fortschreitender Reifung nehmen Gefäßreichtum und Rötung häufig ab. Die gesamte Narbenentwicklung kann zwölf Monate und länger dauern.

Wann kann ich mit Silikongel beginnen?

Silikon sollte nicht auf eine offene Wunde aufgetragen werden.

Der Beginn erfolgt nach sicherem Wundverschluss und sollte anhand des Heilungsverlaufs im Rahmen der Nachkontrolle festgelegt werden.

Darf ich frische Narben massieren?

Nicht während einer noch offenen oder instabilen Wundheilung.

Ob und ab wann eine Massage sinnvoll erscheint, sollte nach ärztlicher Kontrolle entschieden werden.

Wie lange sollte ich Narben vor Sonne schützen?

Vor allem während der frühen Narbenreifung ist ein konsequenter UV-Schutz sinnvoll. Da die Reifung viele Monate dauert, sollte der Sonnenschutz entsprechend langfristig berücksichtigt werden.

Kann eine auffällige Narbe später noch behandelt werden?

Ja.

Abhängig von Narbentyp, Reifegrad und Beschwerden kommen konservative, injizierende, laserbasierte oder in ausgewählten Situationen operative Verfahren infrage.

Persönliche Beratung bei Hanseatic Facelift

In der persönlichen Beratung wird zunächst beurteilt, welche Veränderungen an Brust, Bauch und gegebenenfalls weiteren Körperregionen vorliegen und welche Eingriffe sinnvoll miteinander kombiniert werden können.

Dabei gehören Schnittführung, zu erwartende Narbenlage, persönliche Risikofaktoren und die postoperative Nachbehandlung von Beginn an zur Operationsplanung.

Beratungstermine sind in Hamburg und Pinneberg möglich.

Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Medizinischer Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche fachärztliche Untersuchung, individuelle Operationsplanung oder postoperative Kontrolle.

Welche Eingriffe im Rahmen eines Mommy Makeovers miteinander kombiniert werden können und welche Maßnahmen zur Narbenbehandlung geeignet sind, muss anhand des persönlichen Befundes, des Operationsumfangs und des jeweiligen Heilungsverlaufs entschieden werden.

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