Schwarz-Weiß-Aufnahme von Rücken, Nacken und Schulter einer Frau

Vorbereitung auf eine plastisch-ästhetische Operation: Was vor dem Eingriff wichtig ist

von Dr. med. Stephan Grzybowski, hanseatic-facelift

Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Veröffentlicht: November 2024
Zuletzt medizinisch überprüft: September 2026

Die Vorbereitung auf eine plastisch-ästhetische Operation kann die Risiken eines Eingriffs nicht vollständig ausschließen. Sie hilft jedoch, vermeidbare Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, Medikamente und Begleiterkrankungen richtig einzuordnen und für den Operationstag sowie die erste Zeit danach verlässliche Voraussetzungen zu schaffen.

Die Vorbereitung auf einen plastisch-ästhetischen Eingriff beginnt deshalb nicht erst am Vorabend. Sie beginnt bereits im Beratungsgespräch und richtet sich nach dem geplanten Eingriff, dem Anästhesieverfahren und den gesundheitlichen Voraussetzungen.

Eine allgemeine Checkliste kann diese ärztliche Beurteilung nicht ersetzen.

Vorbereitung beginnt mit der medizinischen Vorgeschichte

Vor einer Operation sollten alle gesundheitlich relevanten Informationen bekannt sein.

Dazu gehören bestehende Erkrankungen, Allergien, frühere Operationen und Narkosen sowie auffällige Blutungen, Thrombosen oder Wundheilungsprobleme bei früheren Eingriffen. Auch Alkohol- und Tabakkonsum sowie die aktuelle Medikation gehören zur präoperativen Anamnese.

Welche zusätzlichen Untersuchungen erforderlich sind, richtet sich nach Eingriff, Anästhesieverfahren und gesundheitlicher Ausgangssituation. Laboruntersuchungen oder zusätzliche fachärztliche Abklärungen sind deshalb nicht bei jedem Eingriff in gleichem Umfang notwendig.

Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel vollständig angeben

Vor einer Operation ist eine vollständige Medikamentenliste wichtiger als eine pauschale Verbotsliste.

Neben dauerhaft verordneten Medikamenten gehören dazu auch gelegentlich eingenommene Schmerzmittel, Vitamine, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel. Einzelne Präparate können unter anderem das Blutungsrisiko, den Kreislauf oder das perioperative Medikamentenmanagement beeinflussen.

Medikamente sollten vor einer Operation nicht eigenständig abgesetzt, pausiert oder in ihrer Dosierung verändert werden.

Das gilt insbesondere für gerinnungshemmende Medikamente, aber ebenso für andere dauerhaft verordnete Therapien. Ob eine Anpassung erforderlich ist, muss mit dem Operateur, dem Anästhesieteam und gegebenenfalls dem verordnenden Arzt abgestimmt werden.

Auch Medikamente zur Behandlung von Diabetes oder zur Gewichtsreduktion gehören in diese Abstimmung.

Rauchen und Nikotin: eine wichtige Unterscheidung

Für das Rauchen ist der Zusammenhang mit postoperativen Komplikationen gut belegt. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigte bei einer präoperativen Rauchpause von mindestens vier Wochen unter anderem weniger Wundkomplikationen.

Eine mindestens vierwöchige Rauchpause vor einem elektiven Eingriff ist deshalb eine medizinisch gut begründete Orientierung.

E-Zigaretten und andere nikotinhaltige Produkte sollten ebenfalls vollständig angegeben werden. Die direkte klinische Evidenz ist hierfür geringer als für das Rauchen von Zigaretten; ihre perioperative Bedeutung sollte dennoch mit dem Operateur besprochen werden.

Alkohol, Ernährung und Allgemeinzustand

Regelmäßiger oder erhöhter Alkoholkonsum sollte vor einer Operation offen angegeben werden. Aktuelle Daten zeigen bei problematischem beziehungsweise riskantem Alkoholkonsum erhöhte postoperative Risiken, unter anderem für respiratorische sowie Wund- und Infektionskomplikationen.

Eine allgemeingültige Abstinenzdauer lässt sich daraus jedoch nicht für jeden Patienten ableiten.

Auch der Ernährungszustand kann für größere elektive Eingriffe relevant sein. Die aktuelle ESPEN-Leitlinie zur klinischen Ernährung in der Chirurgie weist darauf hin, dass Mangelernährung und unzureichende Nahrungsaufnahme mit erhöhten postoperativen Risiken verbunden sind.

Insbesondere nach erheblicher Gewichtsabnahme, bei bekannten Mangelzuständen oder nach bariatrischen Eingriffen kann deshalb eine gezielte Beurteilung des Ernährungsstatus sinnvoll sein.

Neue Erkrankungen kurz vor der Operation mitteilen

Fieber, ein akuter Infekt, neu aufgetretener Husten, eine Entzündung im Operationsgebiet oder andere relevante gesundheitliche Veränderungen sollten vor dem Eingriff mitgeteilt werden.

Ob die Operation dennoch wie geplant stattfinden kann oder besser verschoben wird, entscheiden Operateur und Anästhesieteam anhand der konkreten Situation.

Nüchternheit vor der Anästhesie

Die Vorgaben zur Nüchternheit dienen insbesondere dazu, das Risiko zu reduzieren, dass während einer Anästhesie Mageninhalt in die Atemwege gelangt.

Aktuelle Empfehlungen unterscheiden zwischen fester Nahrung und klaren Flüssigkeiten. Klare Flüssigkeiten können bei geeigneten Erwachsenen grundsätzlich bis etwa zwei Stunden vor Beginn von Anästhesie oder Sedierung erlaubt sein; für feste Nahrung gelten längere Karenzzeiten.

Eine pauschale Nüchternheit ab Mitternacht ist deshalb bei vielen elektiven Eingriffen nicht erforderlich.

Maßgeblich sind immer die konkreten Anweisungen des Anästhesieteams. Sie können sich abhängig von Eingriff, Vorerkrankungen, Medikamenten und Anästhesieverfahren unterscheiden und sollten nicht anhand allgemeiner Empfehlungen verändert werden.

Die erste Zeit nach der Operation vorher organisieren

Bereits vor dem Eingriff sollte geklärt sein, wie die Heimfahrt erfolgt und ob für die erste Zeit zu Hause Unterstützung benötigt wird.

Nach Allgemeinanästhesie oder Sedierung kommt es nicht infrage, selbst Auto zu fahren. Je nach Eingriff und Anweisung kann auch für die erste Nacht eine erwachsene Begleitperson erforderlich sein.

Praktische Dinge lassen sich ebenfalls vorbereiten: verordnete Medikamente, Einkäufe oder gegebenenfalls Unterstützung bei Kindern, Angehörigen oder Haustieren.

Wie lange berufliche und körperliche Einschränkungen bestehen, hängt vom Eingriff, der beruflichen Tätigkeit und vom Heilungsverlauf ab. Die voraussichtliche Erholungszeit sollte deshalb bereits vor der Operation konkret besprochen werden.

Was am Operationstag wichtig ist

Für den Operationstag gelten die konkreten Hinweise der operierenden Einrichtung. Dazu können Vorgaben zu Kleidung, Schmuck, Piercings, Hautpflege und Make-up gehören.

Diese Hinweise können für Desinfektion, Monitoring und einen geordneten Operationsablauf relevant sein und sollten genau beachtet werden.

Auch Erwartungen gehören zur Operationsvorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist nicht nur medizinisch und organisatorisch.

Vor dem Eingriff sollte geklärt sein, was mit der Operation verändert werden soll, welche Grenzen bestehen, wo Narben zu erwarten sind und welche Risiken sowie vorübergehenden Einschränkungen zur Behandlung gehören.

Die präoperative Beratung umfasst deshalb nicht nur die Frage, ob eine Operation durchgeführt werden kann, sondern auch, was sie voraussichtlich leisten kann.

Grundlegende Fragen sollten möglichst nicht erst am Morgen der Operation entstehen.

Meine persönliche fachärztliche Einschätzung

Für mich bedeutet eine gute Operationsvorbereitung nicht, möglichst viele allgemeine Regeln abzuarbeiten. Entscheidend ist, die für den konkreten Eingriff relevanten gesundheitlichen Voraussetzungen zu kennen und offene Fragen rechtzeitig zu klären.

Dazu gehören eine vollständige Anamnese und Medikamentenliste ebenso wie ein offener Umgang mit Rauchen, Alkoholkonsum oder anderen Faktoren, die für die Operationsplanung bedeutsam sein können.

Je klarer medizinische Voraussetzungen, Behandlungsziel und organisatorischer Ablauf vor dem Eingriff geklärt sind, desto verlässlicher lässt sich eine plastisch-ästhetische Operation planen.

Häufige Fragen zur Vorbereitung auf eine plastisch-ästhetische Operation

Wie lange vor einer Operation sollte man mit dem Rauchen aufhören?

Eine Rauchpause von mindestens vier Wochen vor einem elektiven Eingriff ist durch aktuelle Daten gut begründet. Je nach Operationsart kann eine längere rauchfreie Zeit vor und nach dem Eingriff sinnvoll sein.

Welche Medikamente muss ich vor einer Operation angeben?

Grundsätzlich alle regelmäßig oder gelegentlich eingenommenen Medikamente. Dazu gehören auch frei verkäufliche Schmerzmittel, Vitamine, pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel.

Darf ich Blutverdünner vor einer Operation selbst absetzen?

Nein. Gerinnungshemmende Medikamente sollten nicht eigenständig pausiert werden. Ob eine Unterbrechung erforderlich und medizinisch vertretbar ist, muss mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden.

Was sollte ich tun, wenn ich kurz vor der Operation krank werde?

Fieber, ein akuter Infekt oder andere relevante gesundheitliche Veränderungen sollten dem behandelnden Team mitgeteilt werden. Anschließend wird entschieden, ob der Eingriff wie geplant stattfinden kann.

Wie lange muss ich vor einer Operation nüchtern sein?

Das hängt von der Art der Nahrung beziehungsweise Flüssigkeit sowie von Anästhesieverfahren und gesundheitlichen Faktoren ab. Maßgeblich sind die konkreten Anweisungen des Anästhesieteams.

Darf ich nach einer ambulanten Operation selbst nach Hause fahren?

Nach Allgemeinanästhesie oder Sedierung sollte nicht selbst Auto gefahren werden. Die Heimfahrt muss zuverlässig organisiert sein; abhängig vom Eingriff kann auch für die erste Nacht Unterstützung erforderlich sein.

Wie viel Zeit sollte ich nach einer Operation zur Erholung einplanen?

Das hängt vom Eingriff, der beruflichen Tätigkeit und vom Heilungsverlauf ab. Die voraussichtliche berufliche und körperliche Einschränkung sollte bereits vor der Operation besprochen werden.

Darf ich am Operationstag Make-up oder Hautcreme verwenden?

Hier gelten die konkreten Hinweise der operierenden Einrichtung. Je nach Eingriff sollen Make-up, Cremes, Lotionen, Schmuck oder andere Produkte am Operationstag nicht verwendet beziehungsweise entfernt werden.

Persönliche Beratung bei Hanseatic Facelift

Im persönlichen Beratungsgespräch werden der geplante Eingriff, die gesundheitlichen Voraussetzungen und die erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen besprochen.

Beratungstermine sind in Hamburg und Pinneberg möglich.

Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Medizinischer Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche fachärztliche Untersuchung, präoperative Aufklärung oder individuelle Anweisung durch das behandelnde Operations- und Anästhesieteam.

Medizinische Quellen

  1. Tang E, Martinez Rodriguez R, Srivastava A, et al.
    Impact of short duration smoking cessation on post-operative complications: A systematic review and meta-analysis.
    Journal of Clinical Anesthesia. 2025;106:111967.
    DOI: 10.1016/j.jclinane.2025.111967.
  2. Rüggeberg A, El-Boghdadly K, Bilotta F, et al.
    Peri-operative fasting in adults: an international, multidisciplinary consensus statement.
    Anaesthesia. 2026;81(6):840–851.
    DOI: 10.1111/anae.70130.
  3. Weimann A, Bezmarevic M, Braga M, et al.
    ESPEN guideline on clinical nutrition in surgery – Update 2025.
    Clinical Nutrition. 2025;53:222–261.
    DOI: 10.1016/j.clnu.2025.08.029.
  4. Rajapakse N, Rubenzahl E, Saripella A, et al.
    Preoperative alcohol use disorders and adverse outcomes in surgical patients: A systematic review and meta-analysis.
    Journal of Clinical Anesthesia. 2026;111:112194.
    DOI: 10.1016/j.jclinane.2026.112194.
  5. American Society of Plastic Surgeons.
    Consultation and Preparing for Surgery.
    Offizielle Patienteninformation zu präoperativer Anamnese, Medikamenten, Rauchstopp, Operationszielen und postoperativer Organisation.

Termin vereinbaren