Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Veröffentlicht: März 2025
Zuletzt medizinisch überprüft: September 2026
Eine Brustvergrößerung mit Implantaten ist kein unveränderlicher Zustand. Mit den Jahren können sich Haut, Brustgewebe, Implantatposition und die Bindegewebskapsel um das Implantat verändern. Auch Schwangerschaft, Stillzeit, Gewichtsveränderungen und der natürliche Alterungsprozess können die Form der Brust beeinflussen. Ein späterer Implantatwechsel kann aus ästhetischen oder medizinischen Gründen sinnvoll werden.
Daneben können sich persönliche Vorstellungen verändern. Manche Patientinnen wünschen sich später kleinere Implantate, andere mehr Volumen oder andere Proportionen. In anderen Fällen besteht ein medizinischer Anlass für eine erneute Operation, beispielsweise eine ausgeprägte Kapselfibrose, eine ungünstige Implantatposition oder ein Defekt der Implantathülle.
Eine Revision nach Brustvergrößerung ist deshalb häufig mehr als der Austausch eines Implantats gegen ein anderes.
Am Anfang steht nicht die Wahl einer neuen Implantatgröße, sondern die genaue Beurteilung der inzwischen veränderten Brust.
Was bedeutet eine Revision nach Brustvergrößerung?
Als Revisionsoperation bezeichnet man einen erneuten Eingriff an einer bereits operierten Brust.
Dabei kann ein vorhandenes Implantat entfernt und durch ein neues ersetzt werden. Abhängig vom Ausgangsbefund können auch die Implantattasche oder die Bindegewebskapsel korrigiert werden. In anderen Situationen kann eine Bruststraffung oder die Entfernung der Implantate ohne erneute Implantation sinnvoll sein.
Welches Vorgehen infrage kommt, richtet sich daher nicht allein nach dem bisherigen oder gewünschten Implantatvolumen.
Warum werden Brustimplantate gewechselt?
Die Gründe können persönlicher, anatomischer oder medizinischer Natur sein.
Dazu gehören unter anderem:
- ein veränderter Wunsch hinsichtlich Größe oder Proportionen,
- Veränderungen der Brustform,
- ein Absinken des eigenen Brustgewebes,
- Kapselfibrose,
- ein Riss oder anderer Defekt der Implantathülle,
- eine ungünstige Implantatposition,
- Veränderungen der Unterbrustfalte,
- Asymmetrien,
- Rotation eines anatomisch geformten Implantats,
- eine sicht- beziehungsweise tastbare Wellen- und Faltenbildung über dem Implantat, das sogenannte Rippling.
Auch implantatbezogene Sicherheitsfragen können Anlass sein, die bestehende Situation erneut zu beurteilen.
Nicht selten liegen mehrere Veränderungen gleichzeitig vor. Gerade nach länger zurückliegenden oder mehrfachen Voroperationen können Narben, eine dünnere Weichteildeckung und Veränderungen der Gewebedurchblutung die Planung anspruchsvoller machen. Eine aktuelle systematische Übersicht zur ästhetischen Revisionschirurgie unterstreicht insbesondere die Bedeutung dieser Gewebeverhältnisse.
Was wird vor einem Implantatwechsel beurteilt?
Zunächst sollte die bisherige Implantat- und Operationsgeschichte möglichst genau nachvollzogen werden.
Hilfreich sind Angaben zu Hersteller, Implantattyp, Größe, Form, Oberfläche und Lage des Implantats sowie zu früheren Operationszugängen und bereits erfolgten Revisionen. Ein vorhandener Implantatpass kann wichtige Informationen liefern.
Bei der körperlichen Untersuchung werden unter anderem Brustform, Hautqualität, Dicke der Weichteildeckung, Unterbrustfalte, Implantatposition, Symmetrie, vorhandene Narben und mögliche Hinweise auf eine Kapselfibrose beurteilt.
Bei bereits operierten Brüsten ist zudem wichtig zu wissen, welche Operationstechniken zuvor verwendet wurden. Frühere Eingriffe können die Durchblutung einzelner Gewebeabschnitte verändert haben. Das spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn zusätzlich eine Bruststraffung erwogen wird.
Wechsel auf größere Implantate
Der Wunsch nach mehr Volumen bedeutet nicht automatisch, dass lediglich ein größeres Implantat in die vorhandene Implantattasche eingesetzt werden kann.
Entscheidend sind unter anderem Brustbasis, Weichteildeckung, Hautelastizität, Lage der Unterbrustfalte und Beschaffenheit der Implantattasche. Auch Basisdurchmesser und Projektion des neuen Implantats müssen zur vorhandenen Anatomie passen.
Zwei Implantate mit gleichem Volumen können sich in ihren Abmessungen deutlich unterscheiden.
Ist ein Implantat für die vorhandenen Gewebeverhältnisse ungünstig dimensioniert, können Weichteile und Unterbrustfalte stärker belastet werden. Sichtbare Implantatränder, Rippling oder spätere Fehlpositionen können dadurch begünstigt werden.
Wechsel auf kleinere Implantate
Auch der Wechsel auf ein kleineres Implantat ist nicht zwangsläufig ein einfacher Austausch.
Die vorhandene Implantattasche kann für das neue Implantat zu groß sein. Gleichzeitig können Haut und Brustgewebe durch das bisherige Implantat gedehnt sein.
In solchen Situationen kann die Tasche verkleinert und stabilisiert werden. Das operative Verkleinern einer erweiterten Implantattasche durch Naht der vorhandenen Kapsel wird als Kapsulorrhaphie bezeichnet. Dieses Verfahren wird in der Revisionschirurgie unter anderem bei Fehlpositionen und beim Wechsel auf kleinere Implantate eingesetzt.
Bestehen zusätzlich ein deutlicher Hautüberschuss oder ein ausgeprägtes Absinken des eigenen Brustgewebes, kann eine Bruststraffung erforderlich sein.
Ein Wechsel auf kleinere Implantate muss deshalb unter Berücksichtigung von Implantattasche, Hautmantel und eigener Brustsubstanz geplant werden.
Welche Implantateigenschaften können bei einem Wechsel neu gewählt werden?
Bei einer Revisionsoperation kann mehr verändert werden als das Volumen.
Implantate unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich:
- Basisdurchmesser,
- Projektion,
- Form,
- Gelbeschaffenheit beziehungsweise Gelkohäsivität,
- Oberflächenstruktur.
Entscheidend ist das Verhältnis dieser Eigenschaften zur individuellen Brustbasis und zur vorhandenen Weichteildeckung.
Die Wahl eines neuen Implantats sollte daher nicht darauf reduziert werden, eine bestimmte Anzahl von Millilitern hinzuzufügen oder wegzunehmen.
Welche Bedeutung hat die Implantatoberfläche?
Die Implantatoberfläche ist auch unter Sicherheitsaspekten relevant.
Das Brustimplantat-assoziierte anaplastische großzellige Lymphom (BIA-ALCL) ist eine seltene Erkrankung des lymphatischen Systems, die typischerweise in der Flüssigkeit oder der Kapsel um ein Brustimplantat entsteht.
Nach heutiger Datenlage besteht eine klare Assoziation mit texturierten Implantatoberflächen. Die FDA bewertet das Risiko bei texturierten Implantaten als höher als bei glatten Implantaten. Auch der aktuelle europäische EURAPS-Konsensus bestätigt die besondere Bedeutung texturierter Oberflächen für BIA-ALCL.
Daraus folgt jedoch nicht, dass bei jeder beschwerdefreien Patientin mit einem texturierten Implantat automatisch eine prophylaktische Entfernung erforderlich ist. Implantathistorie, Implantattyp, Beschwerden und persönliche Situation müssen individuell berücksichtigt werden.
Welche Rolle spielen Implantattasche und Implantatposition?
Das Implantat liegt in einer operativ angelegten Tasche.
Diese kann vor dem Brustmuskel oder teilweise unter dem M. pectoralis major liegen. Beim Dual-Plane-Verfahren befindet sich insbesondere der obere Anteil des Implantats unter dem Brustmuskel, während der untere Anteil nicht vollständig muskulär bedeckt ist.
Mit der Zeit kann sich die Implantattasche erweitern oder ihre Form verändern. Bei einer Revision muss daher geprüft werden, ob Lage und Größe der Tasche noch zum Implantat passen.
Implantatfehlpositionen sind häufig multifaktoriell. Anatomie, Gewebequalität, Implantateigenschaften, ursprüngliche Taschenpräparation, Kapselveränderungen und spätere Gewebeveränderungen können gemeinsam eine Rolle spielen.
Was bedeuten Bottoming out und Waterfall-Deformität?
Diese beiden Veränderungen können äußerlich ähnlich wirken, haben jedoch unterschiedliche Ursachen und müssen deshalb voneinander unterschieden werden.
Bottoming out
Bottoming out bezeichnet eine Fehlposition, bei der sich das Implantat nach unten verlagert und unter das ursprünglich vorgesehene Niveau der Unterbrustfalte absinkt.
Damit kann eine Dehnungsdeformität des unteren Brustpols einhergehen. Der Abstand zwischen Brustwarze und Unterbrustfalte nimmt zu, der untere Brustpol erscheint verlängert und die Brustwarze kann im Verhältnis zur Brust höher stehen.
Die Verlagerung des Implantats und die Dehnung des unteren Brustpols sind jedoch nicht identisch. Der untere Brustpol kann sich auch nach einer regelrecht verlaufenen Brustvergrößerung in einem gewissen Maß dehnen. Klinisch relevant wird dies insbesondere dann, wenn die Dehnung ausgeprägt ist und mit einer sichtbaren Formveränderung beziehungsweise einer Fehlposition des Implantats einhergeht.
Mögliche Einflussfaktoren sind die Stabilität der Unterbrustfalte, die Gestaltung der Implantattasche, Gewebequalität und Implantatdimensionen.
Waterfall-Deformität
Davon zu unterscheiden ist die Waterfall-Deformität, auch als Waterfall-Effekt oder gleitende Ptosis bezeichnet.
Dabei bleibt das Implantat vergleichsweise stabil beziehungsweise kann relativ hoch stehen, während das eigene Brustgewebe darüber nach unten absinkt. Bildlich gesprochen gleitet die eigene Brust über dem Implantat nach unten.
Das Problem liegt hier also nicht primär in einer Abwärtsverlagerung des Implantats, sondern in der Position des eigenen Brustgewebes. In der Fachliteratur wird diese Konstellation als sliding ptosis des Brustgewebes über einem relativ fixierten Implantat bezeichnet.
Die Unterscheidung ist für die Revisionsplanung wesentlich: Beim Bottoming out stehen Implantattasche, Unterbrustfalte und Implantatposition im Vordergrund. Bei einer Waterfall-Deformität kann dagegen insbesondere eine Korrektur des abgesunkenen Brustgewebes, beispielsweise durch eine Bruststraffung, erforderlich sein.
Welche Rolle spielt die Kapsel um das Implantat?
Der Körper bildet um jedes Brustimplantat eine dünne Bindegewebshülle. Diese Implantatkapsel ist zunächst eine normale Reaktion des Körpers auf das eingesetzte Implantat.
Sie kann weich und klinisch unauffällig bleiben. In anderen Fällen verdickt sie sich und zieht sich zusammen.
Bei einer ausgeprägten Kapselfibrose kann die Brust zunehmend fester werden, sich verformen oder schmerzhaft sein.
Vor einer Revision muss deshalb beurteilt werden, ob die vorhandene Kapsel unauffällig ist oder selbst Bestandteil des Problems geworden ist.
Muss die Kapsel bei jedem Implantatwechsel entfernt werden?
Nein. Eine vollständige Entfernung der Implantatkapsel ist nicht automatisch bei jedem Implantatwechsel erforderlich.
Je nach Befund kann die Kapsel eröffnet werden – eine sogenannte Kapsulotomie – oder teilweise beziehungsweise vollständig entfernt werden. Die vollständige Entfernung wird als Kapsulektomie bezeichnet.
Welche Vorgehensweise sinnvoll ist, hängt vom Zustand der Kapsel, dem Anlass der Revision und möglichen Implantatveränderungen ab.
Für die Behandlung einer Kapselfibrose gibt es bislang keine hochwertige Evidenz, aus der sich für jede Situation ein generell überlegenes operatives Verfahren ableiten ließe. Eine systematische Übersicht von Boyd et al. fand ausschließlich Beobachtungsstudien und betont die begrenzte Datenlage.
Eine vollständige Kapsulektomie ist zudem kein risikofreier Zusatzschritt. In einer Analyse von 7.486 Patientinnen war die Kapsulektomie gegenüber einem Implantatwechsel ohne vergleichbar umfangreiche Kapseloperation mit einer höheren Gesamtkomplikationsrate verbunden.
Was bedeutet „En bloc“?
Der Ausdruck En-bloc-Kapsulektomie wird im Zusammenhang mit Brustimplantaten häufig ungenau verwendet.
Eine vollständige Entfernung von Implantat und Kapsel in einem Stück ist nicht automatisch eine En-bloc-Operation.
Nach der aktuellen Konsensusdefinition bezeichnet „en bloc“ die Entfernung der Kapsel zusammen mit einem Saum nicht betroffenen Gewebes bei einem vermuteten oder nachgewiesenen implantatassoziierten malignen Tumor. Für einen gewöhnlichen Implantatwechsel ist dies kein Standardverfahren.
Wann kann zusätzlich eine Bruststraffung sinnvoll sein?
Ein Implantatwechsel verändert das Implantat. Überschüssige Haut oder abgesunkenes eigenes Brustgewebe werden dadurch nicht automatisch korrigiert.
Ist der Hautmantel deutlich erschlafft und der Brustwarzen-Warzenhof-Komplex abgesunken, kann zusätzlich eine Mastopexie beziehungsweise Bruststraffung sinnvoll sein.
Dies kann insbesondere bei einer Waterfall-Deformität relevant werden, wenn das Implantat selbst relativ stabil liegt, das eigene Brustgewebe jedoch darüber nach unten abgesunken ist.
Bei einer bereits operierten Brust muss eine solche Kombination besonders sorgfältig geplant werden. Vorhandene Narben und frühere Operationszugänge können die Durchblutung des Gewebes beeinflussen.
Welche Untersuchungen können vor einer Revision sinnvoll sein?
Nicht jede Patientin benötigt dieselbe Diagnostik.
Bei Beschwerden oder Verdacht auf einen Defekt eines Silikonimplantats können Ultraschall oder Magnetresonanztomographie sinnvoll sein.
Die ACR Appropriateness Criteria sind evidenzbasierte Empfehlungen des American College of Radiology zur Frage, welche bildgebende Untersuchung in einer bestimmten klinischen Situation besonders geeignet ist.
Nach der aktuellen Fassung ist bei Verdacht auf eine Komplikation eines Silikonimplantats insbesondere ein MRT ohne Kontrastmittel ein geeignetes Verfahren. Je nach Alter und Fragestellung können zusätzlich Ultraschall oder Mammographie infrage kommen.
Für beschwerdefreie Patientinnen mit Silikonimplantaten verweist das ACR auf die US-amerikanische FDA-Empfehlung einer ersten Ultraschall- oder MRT-Kontrolle fünf bis sechs Jahre nach Implantation und anschließend in Abständen von zwei bis drei Jahren. Diese Empfehlung stammt aus dem amerikanischen regulatorischen Kontext und sollte nicht als starre Vorgabe für jede Patientin in Deutschland verstanden werden.
Unabhängig davon bleibt die reguläre Brustkrebsfrüherkennung entsprechend Alter und individuellem Risiko erforderlich.
Welche Beschwerden oder Veränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden?
Eine neu aufgetretene einseitige Brustschwellung, eine spät auftretende Flüssigkeitsansammlung um das Implantat, eine neu tastbare Verhärtung oder Raumforderung, anhaltende Schmerzen oder auffällige Lymphknoten sollten ärztlich abgeklärt werden.
Neben häufigeren Ursachen müssen dabei auch seltene implantatassoziierte Erkrankungen berücksichtigt werden.
Dazu gehört das BIA-ALCL. Daneben wurden sehr seltene Fälle eines Plattenepithelkarzinoms der Implantatkapsel, häufig als BIA-SCC bezeichnet, sowie weitere seltene Lymphome und Tumorerkrankungen beschrieben.
BIA-SCC ist vom BIA-ALCL zu unterscheiden. Die Datenlage ist wesentlich begrenzter. Die FDA weist darauf hin, dass Fälle sowohl bei glatten als auch bei texturierten Implantaten berichtet wurden und Häufigkeit, Ursache und konkrete Risikofaktoren bislang nicht zuverlässig bestimmt werden können.
Eine routinemäßige Implantatentfernung allein aus Sorge vor diesen seltenen Erkrankungen wird bei beschwerdefreien Patientinnen nicht empfohlen. Entscheidend ist die gezielte Abklärung neu auftretender Auffälligkeiten.
Wie läuft eine Revisionsoperation ab?
Der operative Ablauf richtet sich nach dem Ausgangsbefund.
Häufig kann ein vorhandener Zugang der früheren Brustoperation erneut genutzt werden. Das ist jedoch nicht in jeder Situation sinnvoll oder technisch möglich.
Nach Entfernung des Implantats werden Implantattasche, Kapsel und umgebende Gewebe beurteilt. Abhängig vom Befund können die Tasche korrigiert, die Unterbrustfalte stabilisiert, Anteile der Kapsel eröffnet oder entfernt, die Implantatposition verändert und ein neues Implantat eingesetzt werden.
Bestehen zusätzlich ein relevanter Hautüberschuss oder abgesunkenes Brustgewebe, kann eine Bruststraffung Teil desselben Behandlungskonzeptes sein.
Eine Revisionsoperation kann deshalb deutlich umfangreicher sein, als der Begriff „Implantatwechsel“ zunächst vermuten lässt.
Müssen Brustimplantate nach zehn Jahren gewechselt werden?
Nein. Eine allgemeingültige Zehn-Jahres-Regel gibt es nicht.
Ein intaktes und klinisch unauffälliges Implantat muss nicht allein deshalb ausgetauscht werden, weil eine bestimmte Zahl von Jahren vergangen ist.
Brustimplantate gelten jedoch auch nicht als Medizinprodukte mit garantierter lebenslanger Haltbarkeit. Im weiteren Verlauf können Veränderungen am Implantat, an der Kapsel oder am Brustgewebe auftreten, die Kontrollen oder einen erneuten Eingriff erforderlich machen.
Ob ein Implantatwechsel sinnvoll oder notwendig wird, richtet sich daher nach Beschwerden, klinischem Befund, Implantatzustand, gegebenenfalls bildgebenden Untersuchungen und den persönlichen Vorstellungen der Patientin.
Welche Risiken bestehen bei einer Revisionsoperation?
Wie jeder operative Eingriff ist auch eine Revisionsoperation mit möglichen Risiken verbunden.
Dazu gehören unter anderem:
- Nachblutung und Hämatom,
- Infektion,
- Wundheilungsstörungen,
- auffällige Narben,
- Sensibilitätsveränderungen,
- Asymmetrien,
- erneute Kapselfibrose,
- erneute Fehlposition des Implantats,
- Rippling,
- Veränderungen der Unterbrustfalte,
- ein späterer Defekt der Implantathülle,
- die mögliche Notwendigkeit weiterer Operationen.
Bei umfangreicheren Kapseloperationen oder einer zusätzlichen Bruststraffung kommen die damit verbundenen spezifischen Risiken hinzu.
Gerade bei mehrfach voroperierten Brüsten können Narbenverhältnisse, Gewebequalität und Durchblutung die operativen Möglichkeiten beeinflussen.
Wie dauerhaft ist das Ergebnis einer Revision?
Eine Revisionsoperation kann Implantatposition, Brustform und Proportionen langfristig verbessern. Das Ergebnis bleibt jedoch den normalen Veränderungen des Körpers unterworfen.
Haut und Brustgewebe verändern sich weiter durch Alterung, Gewichtsschwankungen, hormonelle Einflüsse, Schwangerschaft oder Stillzeit. Auch Implantattasche und Kapsel können sich im weiteren Verlauf verändern.
Weitere Korrekturen lassen sich deshalb weder grundsätzlich ausschließen noch für die einzelne Patientin zuverlässig vorhersagen.
Internationale Registerdaten zeigen, dass komplikationsbedingte Revisionsoperationen nach kosmetischer Brustimplantation vorkommen. Solche Daten beschreiben Gruppen von Patientinnen, erlauben jedoch keine zuverlässige Vorhersage des individuellen langfristigen Verlaufs.
Meine persönliche fachärztliche Einschätzung
Für mich ist eine Revisionsoperation nach Brustvergrößerung keine Frage des einfachen Austauschs eines Implantats gegen ein anderes.
Entscheidend ist zunächst der aktuelle Befund: Wie ist die Weichteildeckung? Ist die Unterbrustfalte stabil? Wie groß und wie positioniert ist die Implantattasche? Bestehen relevante Veränderungen der Kapsel? Ist das eigene Brustgewebe abgesunken? Und passen die gewünschten neuen Implantatdimensionen zu den vorhandenen anatomischen Verhältnissen?
Gerade beim Wunsch nach deutlich größeren oder kleineren Implantaten reicht es deshalb häufig nicht aus, lediglich das Implantatvolumen zu verändern.
Auch die vorhandene Kapsel muss nicht automatisch vollständig entfernt werden. Art und Umfang einer Kapseloperation sollten sich an der konkreten medizinischen und anatomischen Situation orientieren.
Ein gutes Revisionsergebnis setzt voraus, dass Implantatwahl und operatives Vorgehen an die vorhandenen Gewebeverhältnisse, die Kapsel, die Implantattasche und die Unterbrustfalte angepasst werden.
Häufige Fragen zum Wechsel von Brustimplantaten
Kann ich meine Implantate einfach gegen größere austauschen lassen?
Grundsätzlich ist ein Wechsel auf größere Implantate möglich. Ob dies sinnvoll ist, hängt von Brustbasis, Gewebequalität, Hautmantel, Unterbrustfalte und Implantattasche ab.
Nicht die Differenz des Implantatvolumens allein ist entscheidend. Basisdurchmesser, Projektion und Gewicht des neuen Implantats müssen zu den vorhandenen Gewebeverhältnissen passen.
Kann ich meine Implantate deutlich verkleinern?
Ja. Bei einem deutlichen Größenwechsel kann jedoch eine Verkleinerung beziehungsweise Stabilisierung der Implantattasche erforderlich sein. Sind Haut und eigenes Brustgewebe deutlich erschlafft, kann zusätzlich eine Bruststraffung sinnvoll werden.
Muss bei einem Implantatwechsel die Kapsel immer entfernt werden?
Nein. Eine unauffällige Kapsel muss nicht automatisch vollständig entfernt werden. Das Vorgehen richtet sich nach ihrem Zustand und nach dem Grund der Revisionsoperation.
Was ist eine Kapselfibrose?
Dabei verdickt sich die Bindegewebskapsel um das Implantat und zieht sich zusammen. Die Brust kann dadurch härter werden, sich verformen oder schmerzhaft sein.
Was bedeutet Bottoming out?
Bottoming out bezeichnet das Absinken eines Implantats unter das ursprünglich vorgesehene Niveau der Unterbrustfalte. Häufig entsteht dabei zugleich eine Dehnungsdeformität des unteren Brustpols mit zunehmendem Abstand zwischen Brustwarze und Unterbrustfalte.
Was ist eine Waterfall-Deformität?
Bei einer Waterfall-Deformität bleibt das Implantat vergleichsweise stabil, während das eigene Brustgewebe darüber nach unten absinkt. Die Korrektur unterscheidet sich deshalb grundsätzlich von der Behandlung eines abgesunkenen Implantats.
Können Brustimplantate reißen?
Ja. Ein Riss oder anderer Defekt der Implantathülle – medizinisch als Implantatruptur bezeichnet – ist möglich. Bei Silikonimplantaten kann ein solcher Defekt zunächst ohne eindeutige Beschwerden bestehen und erst bei einer bildgebenden Untersuchung auffallen.
Müssen Implantate nach zehn Jahren gewechselt werden?
Nein. Eine starre Zehn-Jahres-Regel gibt es nicht. Entscheidend sind der individuelle Befund, mögliche Beschwerden und der Zustand des Implantats.
Kann bei einem Implantatwechsel gleichzeitig eine Bruststraffung durchgeführt werden?
Ja. Bei überschüssiger Haut oder abgesunkenem eigenem Brustgewebe kann eine Kombination sinnvoll sein. Bei bereits operierten Brüsten müssen vorhandene Narben und die Gewebedurchblutung besonders berücksichtigt werden.
Kann die Implantatlage bei einer Revision verändert werden?
Ja. Bei entsprechender Indikation kann die bestehende Implantattasche verändert oder eine andere Implantatposition gewählt werden. Die Entscheidung richtet sich nach Ausgangsbefund, Weichteildeckung und dem zu korrigierenden Problem.
Kann ich meine Implantate entfernen lassen, ohne neue einsetzen zu lassen?
Ja. Eine Implantatentfernung ohne erneute Implantation ist grundsätzlich möglich.
Wie sich die Brust danach darstellt, hängt insbesondere von der vorhandenen Brustsubstanz, Hautelastizität, Größe des bisherigen Implantats und davon ab, wie stark Haut und Gewebe im Laufe der Zeit gedehnt wurden. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Bruststraffung sinnvoll sein.
Ist eine erneute Brustoperation anspruchsvoller als die erste?
Sie kann es sein. Vorhandene Narben, veränderte Gewebeverhältnisse, Kapsel und Implantattasche müssen in die Planung einbezogen werden. Mehrere Voroperationen können die anatomischen Voraussetzungen zusätzlich verändern.
Persönliche Beratung bei Hanseatic Facelift
Eine Revisionsoperation lässt sich nur anhand des individuellen Befundes sinnvoll planen.
Dabei werden vorhandene Implantate, Implantattasche, Kapsel, Unterbrustfalte, Gewebequalität, Hautmantel, Narben und die gewünschten Veränderungen beurteilt.
Erst daraus ergibt sich, ob ein Implantatwechsel allein ausreicht oder zusätzliche operative Schritte sinnvoll sein können.
Beratungstermine sind in Hamburg und Pinneberg möglich.
Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche fachärztliche Untersuchung, individuelle Indikationsstellung oder operative Aufklärung.
Art und Umfang einer Revisionsoperation nach Brustvergrößerung müssen anhand der bisherigen Operationen, des aktuellen Brustbefundes, möglicher Implantat- oder Kapselveränderungen und der persönlichen Behandlungsziele individuell festgelegt werden.
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