Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Veröffentlicht: November 2022
Zuletzt medizinisch überprüft und aktualisiert: September 2026
Hyaluronsäure im Gesicht gehört zu den etablierten injizierbaren Materialien der ästhetischen Medizin. Sie kann verlorenes Volumen ersetzen, Konturen unterstützen und ausgewählte Vertiefungen ausgleichen. Ihre Möglichkeiten sind jedoch nicht unbegrenzt – und nicht jede sichtbare Altersveränderung beruht auf einem Mangel an Volumen.
Denn ein Gesicht altert auf mehreren anatomischen Ebenen. Oberflächliche und tiefe Fettkompartimente verlieren an Volumen oder verändern ihre Position. Bindegewebige Haltestrukturen werden schwächer, sodass Wange, Untergesicht und Kieferlinie absinken können. Die mimische Muskulatur wirkt über Jahrzehnte auf Haut und Weichteile ein und trägt zur Ausbildung von Falten bei. Gleichzeitig verändert sich das knöcherne Fundament: Umbauvorgänge an Augenhöhle, Mittelgesicht und Unterkiefer können die Unterstützung der darüberliegenden Weichteile vermindern.
Eine Falte, eine Vertiefung oder eine weniger klar gezeichnete Kontur sagt deshalb noch nicht, welche Therapie geeignet ist. Maßgeblich ist, welche anatomische Ursache dahintersteht.
Daraus ergibt sich, was Hyaluronsäure leisten kann – und wann andere Verfahren geeigneter sind.
Was ist Hyaluronsäure?
Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der extrazellulären Matrix, also des Gerüstes zwischen den Zellen eines Gewebes. Sie besitzt die Fähigkeit, große Mengen Wasser zu binden. Für ästhetische Injektionen werden speziell hergestellte Hyaluronsäuregele verwendet, deren Moleküle in unterschiedlichem Ausmaß miteinander vernetzt sind.
Hyaluronsäurefiller sind deshalb keineswegs alle gleich. Sie unterscheiden sich unter anderem in Konzentration, Vernetzung, Elastizität, Zusammenhalt des Gels und Wasserbindungsvermögen. Diese Eigenschaften bestimmen wesentlich, wie sich ein Präparat nach der Injektion verhält.
Ein Filler, der tief über dem Knochen Projektion und Unterstützung erzeugen soll, benötigt andere Eigenschaften als ein Präparat für die bewegliche Lippenregion oder zur oberflächlicheren Verbesserung der Hautqualität.
Die Auswahl des Präparates ist daher bereits Teil der Behandlungsplanung.
Was kann Hyaluronsäure im Gesicht leisten?
Eine wesentliche Stärke von Hyaluronsäure liegt im gezielten Ausgleich eines Volumen- oder Konturdefizits. Bestimmte Präparate können darüber hinaus Parameter der Hautqualität wie Hydratation, Festigkeit, Textur und Elastizität verbessern. Volumenfiller und sogenannte Skinbooster verfolgen dabei unterschiedliche Ziele und sind nicht beliebig austauschbar.
Typische Behandlungsregionen sind:
- Schläfen,
- Mittelgesicht und Wangen,
- ausgewählte Befunde der Tränenrinne,
- Nasolabialregion,
- Lippen und periorale Region,
- Kinn,
- Präjowl-Region,
- Unterkieferrand und Kieferwinkel.
Wo injiziert wird, ergibt sich jedoch nicht allein daraus, wo eine Falte oder Konturunregelmäßigkeit sichtbar ist. Gerade bei einer umfassenderen Gesichtsmodellierung ist die Betrachtung der Proportionen und ihrer anatomischen Zusammenhänge wesentlich.
Warum wird Hyaluronsäure nicht immer dort injiziert, wo die Veränderung sichtbar ist?
Eine ausgeprägte Nasolabialfalte kann dadurch verstärkt werden, dass das Mittelgesicht an Projektion und Unterstützung verloren hat und die Wangenweichteile abgesunken sind. In einer solchen Situation ist es häufig nicht überzeugend, ausschließlich die sichtbare Falte aufzufüllen.
Je nach Anatomie kann zunächst die Wangen- beziehungsweise Jochbogenregion behandelt werden. Dadurch lässt sich die Projektion des Mittelgesichts unterstützen. Erst anschließend wird beurteilt, ob die Nasolabialfalte selbst noch behandelt werden sollte und in welchem Umfang.
Ähnlich verhält es sich mit der Kieferlinie. Eine Vertiefung in der Präjowl-Region kann die Kontur vor einem Jowl zusätzlich unterbrechen; ein wenig projiziertes Kinn beeinflusst wiederum die Balance des gesamten unteren Gesichtsdrittels. Abhängig vom Ausgangsbefund können deshalb Kinn, Präjowl-Region, Unterkieferrand oder Kieferwinkel gezielt unterstützt werden.
Liegt die Ursache dagegen vor allem in einer Absenkung der Weichteile, lässt sich diese durch zusätzliche Volumengabe im Bereich der Jowls nicht korrigieren. Bei ausgeprägter Erschlaffung muss deshalb auch die Möglichkeit einer operativen Repositionierung durch ein Facelift in die Beratung einbezogen werden.
Wie viel Hyaluronsäure wird für eine Behandlung benötigt?
Die benötigte Menge lässt sich nicht allein anhand einer Gesichtsregion festlegen. Sie hängt von der individuellen Anatomie, dem Ausgangsbefund, dem verwendeten Präparat und dem Behandlungsziel ab. An den Lippen oder in ausgewählten Bereichen der Tränenrinne werden in der Regel andere Mengen benötigt als bei einem ausgeprägten Volumendefizit des Mittelgesichts oder beim Aufbau von Kinn und Kieferlinie.
Nicht allein die Gesamtmenge ist dabei maßgeblich, sondern ihre anatomisch begründete Verteilung. Ein gezielt eingesetztes kleineres Volumen kann die Gesichtsproportionen stärker beeinflussen als eine größere Menge, die lediglich dort eingebracht wird, wo eine Falte oder Vertiefung sichtbar ist.
Pauschale Milliliterangaben sind deshalb ohne Untersuchung wenig aussagekräftig.
Hyaluronsäure an den Lippen
Eine eigene Betrachtung verdient die Lippenregion. Hier kann Hyaluronsäure je nach Ausgangsbefund Kontur, Projektion und Volumen beeinflussen.
Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch nicht nur das Lippenrot. Die Oberlippe kann länger erscheinen, die Definition des Lippenrandes nimmt ab, periorale Fältchen entstehen. Zugleich verändern sich die umgebenden Weichteile sowie die knöcherne und dentale Unterstützung.
Eine altersbedingt veränderte Lippe sollte deshalb nicht automatisch durch mehr Volumen behandelt werden. Maßgeblich ist, welcher Bestandteil der Lippenalterung tatsächlich korrigiert werden soll.
Nicht jedes Behandlungsziel erfordert zusätzliches Volumen
Nicht jede ästhetische Veränderung beruht auf einem Volumendefizit. Stehen vielmehr nachlassende Hautqualität, verminderte Elastizität oder Veränderungen der Bindegewebsstruktur im Vordergrund, kommen Verfahren infrage, die nicht primär durch eine unmittelbare Füllwirkung arbeiten.
Hierzu gehören Biostimulatoren wie Poly-L-Milchsäure und Calciumhydroxylapatit, Polynukleotide sowie PRP und PRF. Bei PRP und PRF handelt es sich um autologe Verfahren: Das verwendete Material wird aus dem eigenen Blut gewonnen.
Diese Verfahren sind nicht lediglich konkurrierende Alternativen zur Hyaluronsäure. Sie wirken nach unterschiedlichen Prinzipien und können sich bei entsprechender Indikation ergänzen.
Was leisten Biostimulatoren?
Zu den etablierten Biostimulatoren gehören insbesondere Poly-L-Milchsäure (PLLA; beispielsweise Sculptra®) und Calciumhydroxylapatit (CaHA; beispielsweise Radiesse®).
Beide Substanzen regen die Neubildung von Kollagen und längerfristige Umbauprozesse des Bindegewebes an. Für Calciumhydroxylapatit ist darüber hinaus eine Neubildung elastischer Fasern beschrieben – die sogenannte Neoelastogenese. Auch für Poly-L-Milchsäure zeigen histologische Untersuchungen einen anhaltenden Gewebeumbau mit Kollagenneubildung und Veränderungen elastischer Fasern.
Biostimulation bedeutet jedoch nicht, dass diese Präparate ausschließlich der Hautqualität dienen. Beide können auch zum Aufbau von Volumen beitragen – allerdings auf unterschiedliche Weise.
Calciumhydroxylapatit: unmittelbare Stützwirkung und Biostimulation
Calciumhydroxylapatit besitzt zwei Wirkkomponenten. Die Gelmatrix erzeugt zunächst einen unmittelbaren Füll- und Stützeffekt. Die enthaltenen Mikrosphären regen anschließend über längere Zeit die Neubildung von Kollagen und elastischen Fasern an.
Wie stark die unmittelbare Volumenwirkung oder die flächigere Stimulation des Bindegewebes gewichtet wird, lässt sich durch Aufbereitung und Injektionstechnik beeinflussen.
Wird Calciumhydroxylapatit unverdünnt oder nur wenig verdünnt gezielt in geeignete tiefere Schichten eingebracht, lässt sich seine strukturgebende Wirkung stärker nutzen. Bei stärkerer Verdünnung und flächiger Verteilung tritt der unmittelbare Fülleffekt zurück; im Mittelpunkt stehen dann Festigkeit und Qualität von Haut und Bindegewebe.
Verdünnung, Injektionsebene und Verteilung bestimmen damit wesentlich das angestrebte Wirkprofil.
Poly-L-Milchsäure: Volumen entsteht nach einem anderen Prinzip
Poly-L-Milchsäure liegt zunächst als Pulver vor und wird vor der Injektion mit sterilem Wasser aufbereitet. Medizinisch wird dieser Vorgang als Rekonstitution bezeichnet. Das unmittelbar nach der Behandlung sichtbare Volumen stammt zunächst überwiegend von der eingebrachten Flüssigkeit und geht innerhalb kurzer Zeit wieder zurück.
Der längerfristige Effekt entwickelt sich schrittweise. Die Poly-L-Milchsäure-Partikel regen die Neubildung von Kollagen an. Dadurch kann über Wochen und Monate zusätzliche körpereigene Gewebesubstanz entstehen.
PLLA kann somit zu einem relevanten Volumenaufbau führen. Anders als bei einem klassischen Hyaluronsäurefiller beruht dieser jedoch nicht primär auf einem unmittelbar formenden Gel, sondern wesentlich auf der biologischen Reaktion des eigenen Gewebes.
Auch hier lässt sich das Ergebnis über Partikelmenge, Aufbereitungsvolumen, Injektionsebene, Verteilung und Anzahl der Sitzungen beeinflussen. Eine stärkere Verdünnung ist allerdings nicht mit der Verdünnung von Calciumhydroxylapatit gleichzusetzen: Die Menge der PLLA-Partikel in einem Fläschchen bleibt unverändert; sie wird lediglich in einem größeren Flüssigkeitsvolumen verteilt.
Der wesentliche Unterschied liegt damit im Prinzip des Volumenaufbaus: Bei Calciumhydroxylapatit können unmittelbare Stützwirkung und spätere Biostimulation unterschiedlich gewichtet werden. Bei Poly-L-Milchsäure entwickelt sich der längerfristige Aufbau vor allem durch die angeregte Neubildung körpereigener Strukturen.
Ausführlicher erläutere ich die Wirkung von Poly-L-Milchsäure auf der Seite zur Sculptra®-Behandlung.
Welche Rolle spielen Polynukleotide?
Polynukleotide sind aufbereitete Nukleinsäurefragmente, die regenerative Prozesse in Haut und Bindegewebe beeinflussen sollen. Untersucht wurden unter anderem Effekte auf Fibroblasten – Zellen, die wesentlich an der Bildung von Kollagen und anderen Bestandteilen des Bindegewebes beteiligt sind – sowie auf Hautstruktur und Elastizität.
Klinische Untersuchungen berichten über Verbesserungen von Hauttextur, Elastizität und feinen Falten. Die wissenschaftliche Datenlage ist bislang jedoch deutlich kleiner als bei etablierten Hyaluronsäurefillern und Biostimulatoren.
Nach der derzeit verfügbaren Evidenz liegt der Schwerpunkt auf der regenerativen Verbesserung der Hautqualität. Polynukleotide sind nicht mit einem gezielt formenden Volumenfiller gleichzusetzen.
Was leisten PRP und PRF?
PRP – Platelet-Rich Plasma, plättchenreiches Plasma – und PRF – Platelet-Rich Fibrin, plättchenreiches Fibrin – werden aus dem eigenen Blut gewonnen. Sie enthalten in unterschiedlicher Zusammensetzung Blutplättchen, Wachstumsfaktoren und weitere biologisch aktive Bestandteile.
Ihr Ziel liegt nicht in einem definierten anatomischen Volumenaufbau, sondern in der Unterstützung körpereigener Reparatur- und Regenerationsprozesse.
Untersucht wurden unter anderem Hautdicke, Elastizität, Textur, feine Falten, Pigmentunregelmäßigkeiten und Hydratation. Die Evidenz ist nicht für alle Parameter gleich stark; vergleichsweise gut belegt sind insbesondere Verbesserungen von Hautdicke und Elastizität.
PRP und PRF gehören damit ebenso wie Polynukleotide zu den Verfahren zur regenerativen Verbesserung der Hautqualität, unterscheiden sich von diesen jedoch durch ihre Herkunft aus dem eigenen Blut.
Hyaluronsäure, Biostimulatoren, Polynukleotide und PRP/PRF im Vergleich
| Verfahren | Hauptziel | Volumen und Kontur | Wirkung auf Haut und Gewebe |
|---|---|---|---|
| Hyaluronsäure | Volumenausgleich, Projektion und Kontur; je nach Präparat auch Verbesserung der Hautqualität | unmittelbar und gezielt steuerbar | bestimmte Präparate können Hydratation, Elastizität und Hautstruktur verbessern |
| Biostimulatoren – Poly-L-Milchsäure (PLLA) und Calciumhydroxylapatit (CaHA) | Volumen- und Gewebeaufbau sowie Verbesserung der Gewebestruktur | je nach Substanz und Anwendung unterschiedlich; bei CaHA auch unmittelbar, bei PLLA überwiegend schrittweise | Anregung der Kollagenneubildung; für CaHA zusätzlich Neubildung elastischer Fasern beschrieben |
| Polynukleotide | regenerative Verbesserung der Hautqualität | kein gezielt formender Volumenaufbau | Beeinflussung regenerativer Zellprozesse; Hinweise auf Verbesserungen von Hautstruktur und Elastizität bei noch begrenzter klinischer Evidenz |
| PRP/PRF | regenerative Verbesserung der Hautqualität | kein gezielt formender Volumenaufbau | körpereigene Wachstumsfaktoren unterstützen Reparatur- und Regenerationsprozesse; insbesondere Effekte auf Hautdicke und Elastizität beschrieben |
Die Verfahren erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Welche Methode infrage kommt, hängt davon ab, ob Volumen und Kontur, Hautqualität, biologisch angeregter Gewebeaufbau oder mehrere dieser Aspekte behandelt werden sollen.
Wenn Hyaluronsäure an ihre Grenzen kommt
Hyaluronsäure eignet sich besonders gut für klar definierbare Volumen- und Konturdefizite. Ihre Möglichkeiten werden begrenzt, wenn die sichtbare Veränderung überwiegend durch eine ausgeprägte Absenkung von Haut und tieferen Weichteilen entsteht.
Ein deutliches Jowl, ein abgesunkenes Mittelgesicht oder eine ausgeprägte Erschlaffung von Hals und Untergesicht lassen sich durch zusätzliches Volumen nicht in ihre ursprüngliche Position zurückführen. In frühen Stadien kann die gezielte Unterstützung angrenzender Strukturen die Kontur verbessern. Mit zunehmender Absenkung verliert dieses Prinzip jedoch an Wirkung.
Wird dennoch immer weiteres Volumen hinzugefügt, kann das Gesicht voller werden, ohne tatsächlich angehoben zu wirken. Mittel- und Untergesicht können breiter und schwerer erscheinen, natürliche Übergänge an Klarheit verlieren und die ursprünglichen Gesichtsproportionen zunehmend verändert wirken.
Die Grenze einer Fillerbehandlung wird deshalb nicht durch ein bestimmtes Lebensalter bestimmt, sondern durch die anatomische Ursache der sichtbaren Veränderung. Steht eine ausgeprägte Weichteilabsenkung im Vordergrund, sollte auch die Möglichkeit einer operativen Repositionierung durch ein Facelift besprochen werden.
Wann ist eine erneute Behandlung mit Hyaluronsäure angezeigt?
Auch hierfür gibt es keinen festen Zeitplan.
Hyaluronsäure wird schrittweise abgebaut, kann aber – abhängig von Produkt, Region und individuellen Gewebeverhältnissen – deutlich länger nachweisbar bleiben als früher häufig angenommen. Bildgebende und histologische Untersuchungen zeigen, dass Fillerreste teilweise noch Jahre nach einer Behandlung vorhanden sein können.
Vor einer erneuten Injektion ist deshalb nicht allein der zeitliche Abstand zur letzten Behandlung relevant. Wichtiger ist der aktuelle Befund: Besteht erneut ein Volumendefizit? Ist noch Material vorhanden? Hat sich vor allem die Position der Weichteile verändert? Oder steht inzwischen die Hautqualität stärker im Vordergrund?
Daraus ergibt sich, ob eine erneute Hyaluronsäurebehandlung, ein anderes injizierbares Verfahren oder gegebenenfalls ein operatives Vorgehen angemessen ist.
Meine persönliche fachärztliche Einschätzung
Bei der Planung einer Gesichtsbehandlung ist für mich zunächst entscheidend, welche anatomische Struktur für die sichtbare Veränderung verantwortlich ist. Ein umschriebener Volumenverlust verlangt nach einem anderen Konzept als eine nachlassende Hautqualität oder eine ausgeprägte Absenkung der Weichteile.
Ein klar begrenztes Volumendefizit lässt sich mit Hyaluronsäure häufig sehr gezielt behandeln. Geht es dagegen vorrangig um Hautqualität und einen biologisch angeregten Aufbau des Bindegewebes, können Biostimulatoren, Polynukleotide oder PRP und PRF andere Aufgaben übernehmen. Bei einer ausgeprägten Absenkung von Haut und Weichteilen erreicht die Injektionstherapie schließlich eine anatomische Grenze.
Eine zurückhaltende Behandlung bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, weniger zu tun. Sie bedeutet vor allem, das Verfahren nach der tatsächlichen Ursache auszuwählen und nicht jede Altersveränderung mit zusätzlichem Volumen beantworten zu wollen.
Häufige Fragen zu Hyaluronsäure und Fillerbehandlungen
Kann man feststellen, ob nach früheren Behandlungen noch Hyaluronsäure vorhanden ist?
Bei unklaren Vorbehandlungen oder auffälligen Befunden kann hochauflösender Ultraschall hilfreich sein, um verbliebene Fillerdepots zu lokalisieren und ihre Lage zu beurteilen. Eine solche Untersuchung ist nicht vor jeder erneuten Behandlung erforderlich, kann bei komplexer Vorgeschichte jedoch wertvolle zusätzliche Informationen liefern.
Muss vorhandene Hyaluronsäure vor einer erneuten Behandlung immer aufgelöst werden?
Nein. Vorhandene Hyaluronsäure muss nicht routinemäßig mit Hyaluronidase entfernt werden. Maßgeblich sind Lage und Menge des Materials, der aktuelle Befund, mögliche Beschwerden und das geplante weitere Vorgehen.
Können Hyaluronsäure und Biostimulatoren in derselben Sitzung eingesetzt werden?
Grundsätzlich können beide Verfahren Bestandteil eines gemeinsamen Behandlungskonzeptes sein. Ob sie tatsächlich in derselben Sitzung eingesetzt werden, hängt von den Präparaten, den behandelten Regionen, den Injektionsebenen und dem jeweiligen Ziel ab.
Eine pauschale Empfehlung ist deshalb nicht sinnvoll. Jede Maßnahme sollte eine klar definierte Aufgabe innerhalb des Gesamtkonzeptes erfüllen.
Können Hyaluronsäurepräparate verschiedener Hersteller miteinander kombiniert werden?
Eine vorausgegangene Behandlung mit einem Hyaluronsäurefiller eines Herstellers bedeutet nicht grundsätzlich, dass später ausschließlich Produkte derselben Marke verwendet werden dürfen.
Präparate verschiedener Hersteller unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Vernetzungstechnologie, Elastizität, Zusammenhalt des Gels, Wasserbindungsvermögen und Verhalten im Gewebe. So kann nach einer früheren Behandlung mit einem Juvéderm®-Präparat grundsätzlich auch ein geeignetes Hyaluronsäureprodukt beispielsweise von Galderma oder Merz infrage kommen.
Maßgeblich sind vorhandenes Material, anatomische Region, gewünschter Effekt und Eigenschaften des neu gewählten Präparates. Davon zu unterscheiden ist das direkte Vermischen verschiedener Fertigfiller in einer Spritze; hierfür bedarf es einer entsprechenden wissenschaftlichen und produktbezogenen Grundlage.
Kann man nach langjährigen Fillerbehandlungen später noch ein Facelift durchführen lassen?
Grundsätzlich ja. Vorausgegangene Fillerbehandlungen schließen ein späteres Facelift nicht aus. Für die Operationsplanung ist jedoch wichtig zu wissen, welche Substanzen in welchen Regionen und Gewebeschichten sowie ungefähr in welchem Umfang eingebracht wurden.
Wiederholte Injektionen müssen keineswegs zwangsläufig zu relevanten Veränderungen des Operationsgebietes führen. Je nach verwendetem Material, Umfang der Behandlungen und vorausgegangenen Entzündungsreaktionen können sich die anatomischen Verhältnisse jedoch verändern.
Insbesondere nach Biostimulatoren, permanenten Fillern, Fadenbehandlungen oder entzündlichen Komplikationen können Fibrosierungen – also vermehrtes und verhärtetes Binde- beziehungsweise Narbengewebe – sowie Verklebungen zwischen einzelnen Gewebeschichten entstehen. Auch größere verbliebene Fillerdepots können die gewohnte Anatomie überlagern.
Für den Gesichtschirurgen kann dies bedeuten, dass normalerweise gut erkennbare und gegeneinander verschiebliche Schichten weniger eindeutig abzugrenzen sind. Die Präparation kann aufwendiger werden: Anatomische Ebenen müssen sorgfältiger identifiziert, Verwachsungen gegebenenfalls gelöst und die Operationstechnik an die vorgefundenen Verhältnisse angepasst werden. Dies kann auch die Operationsdauer verlängern.
Eine einzelne, komplikationslose Hyaluronsäurebehandlung vor Jahren ist dabei anders zu bewerten als wiederholte großvolumige Injektionen, Biostimulatoren, permanente Filler oder vorausgegangene entzündliche Reaktionen. Bei einer umfangreichen oder nicht mehr zuverlässig rekonstruierbaren Vorgeschichte kann eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung vor der Operation zusätzliche Informationen liefern.
Langjährige Fillerbehandlungen sind damit kein grundsätzliches Hindernis für ein späteres Facelift. Sie gehören jedoch zur medizinisch relevanten Vorgeschichte und sollten bei der Operationsplanung sorgfältig berücksichtigt werden.
Persönliche Beratung bei Hanseatic Facelift
Bei Hanseatic Facelift berate ich Patientinnen und Patienten persönlich zu den unterschiedlichen Möglichkeiten einer ästhetischen Gesichtsbehandlung.
Im Mittelpunkt steht die Beurteilung des Gesichts als Ganzes. Dabei berücksichtige ich Volumenverteilung und Proportionen ebenso wie Haut- und Bindegewebsqualität, die Position der Weichteile, mimische Aktivität und bereits erfolgte ästhetische Behandlungen.
Daraus ergibt sich, ob Hyaluronsäure, ein Biostimulator, Polynukleotide, PRP beziehungsweise PRF, Botulinumtoxin, eine Kombination verschiedener Verfahren oder bei ausgeprägteren Veränderungen ein operatives Vorgehen infrage kommt.
Die Planung orientiert sich an der individuellen Anatomie, dem Ausgangsbefund und den persönlichen Vorstellungen.
Eine persönliche Beratung ist in meinen Sprechstunden in Hamburg und Pinneberg möglich.
Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung oder Beratung.
Welche Form der ästhetischen Gesichtsbehandlung infrage kommt, lässt sich nur unter Berücksichtigung der individuellen Anatomie, vorausgegangener Behandlungen und der persönlichen Behandlungsziele beurteilen.
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