Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Veröffentlicht: August 2024
Zuletzt medizinisch überprüft: September 2026
Ein Augenbrauenlifting kann den Ausdruck des oberen Gesichtsdrittels deutlich verändern. Schon eine vergleichsweise geringe Veränderung der Augenbrauenposition kann darüber entscheiden, ob die Augenpartie offen und leicht oder eher schwer und müde wirkt.
Die Augenbrauen prägen den Ausdruck des oberen Gesichtsdrittels stärker, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Schon wenige Millimeter können darüber entscheiden, ob die Augenpartie offen und leicht oder eher schwer und müde wirkt. Ziel eines Augenbrauenliftings sollte deshalb niemals eine möglichst starke Anhebung sein. Entscheidend ist eine Position, die zur individuellen Anatomie, zur Form der Augen und zum gesamten Gesicht passt.
Für die operative Korrektur stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in der Lage der Hautschnitte, der Präparationsebene, dem Ausmaß der Gewebemobilisierung und der Art der Fixation. Neben dem direkten Brauenlifting, haarliniennahen und endoskopischen Verfahren kommen ein seitliches Schläfenlift sowie neuere Konzepte wie das Gliding Brow Lift zum Einsatz.
Eine einzelne Methode, die grundsätzlich für alle Patientinnen und Patienten die beste Lösung darstellt, gibt es nicht. Die Auswahl sollte sich an der Brauenform und -position, der Stirnhöhe, dem Haaransatz, der Kopfbehaarung, vorhandenen Asymmetrien und dem gewünschten Ausmaß der Veränderung orientieren.
Wie verändert sich die Augenbrauenposition im Laufe der Zeit?
Die Augenbraue ist keine starre anatomische Struktur. Haut, Unterhautgewebe, Muskulatur und bindegewebige Verbindungen bilden eine bewegliche funktionelle Einheit. Im Laufe der Jahre können diese Strukturen an Festigkeit verlieren. Häufig betrifft dies den äußeren Anteil der Augenbraue stärker als den inneren.
Gleichzeitig verändern sich die Schläfenregion, die Volumenverteilung und die Unterstützung am oberen knöchernen Augenhöhlenrand. Diese Entwicklungen können dazu beitragen, dass die Augenbraue tiefer steht und die Haut-Weichteil-Schicht stärker in Richtung Oberlid absinkt.
Viele Menschen gleichen eine abgesunkene Brauenposition unbewusst durch eine verstärkte Aktivität der Stirnmuskulatur aus. Der Musculus frontalis hebt die Augenbrauen an. Seine dauerhafte Mehrarbeit kann zu ausgeprägteren horizontalen Stirnfalten führen. Wird die Stirnmuskulatur entspannt, zeigt sich deshalb nicht selten erst die tatsächliche Ruheposition der Augenbrauen.
Für die Behandlungsplanung sollten die Augenbrauen sowohl in Ruhe als auch während der Mimik beurteilt werden. Auch Seitenunterschiede und eine kompensatorische Aktivität der Stirnmuskulatur müssen berücksichtigt werden.
Oberlid oder Augenbraue – wo liegt die eigentliche Ursache?
Ein Hautüberschuss am Oberlid und eine abgesunkene Augenbraue sind zwei unterschiedliche Veränderungen. Beide können jedoch gleichzeitig bestehen und sich gegenseitig verstärken.
Bei einer Oberlidstraffung wird überschüssige Haut des Oberlids behandelt. Die Position einer abgesunkenen Augenbraue wird dadurch grundsätzlich nicht korrigiert. Liegt ein wesentlicher Anteil der Veränderung in einer tiefen Brauenposition, sollte dies vor einer möglichen Lidoperation erkannt und in die Operationsplanung einbezogen werden.
Nicht selten besteht eine Kombination aus Brauenptosis und zusätzlichem Hautüberschuss am Oberlid. Ob eine Oberlidstraffung, ein Augenbrauenlifting oder eine Kombination beider Eingriffe sinnvoll sein kann, lässt sich erst nach einer genauen Untersuchung entscheiden.
Die medizinischen Unterschiede zwischen Dermatochalasis, Brauenptosis und echter Lidptosis werden im Beitrag „Schlupflider und Oberlidstraffung: Wann eine Blepharoplastik sinnvoll ist“ ausführlich erläutert. Einen erweiterten Überblick über weitere Ursachen einer schwer oder müde wirkenden Augenregion bietet der Beitrag „Müde wirkende Augenpartie: Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Grenzen“.
Wann kann ein Augenbrauenlifting sinnvoll sein?
Ein operatives Augenbrauenlifting kann infrage kommen, wenn die Augenbrauen deutlich abgesunken sind und die Veränderung mit nichtoperativen Verfahren nicht ausreichend beeinflusst werden kann.
Dabei muss nicht immer die gesamte Augenbraue betroffen sein. Häufig steht der äußere Brauenanteil im Vordergrund. Auch deutliche Seitenunterschiede, eine unterschiedlich ausgeprägte Brauenform oder eine starke kompensatorische Aktivität des Musculus frontalis können bei der Beurteilung eine Rolle spielen.
Die Ausgangssituationen unterscheiden sich erheblich. Eine isolierte Absenkung des äußeren Brauenanteils erfordert ein anderes Behandlungskonzept als eine tiefe Position der gesamten Augenbraue bei gleichzeitig hoher Stirn. Ebenso beeinflussen ein zurückweichender Haaransatz, eine geringe Haardichte oder fehlende Kopfbehaarung die Auswahl der möglichen Zugangswege.
Die Operationstechnik sollte deshalb nicht vor der Untersuchung feststehen.
Welche Verfahren des Augenbrauenliftings gibt es?
Zu den wichtigen Operationsverfahren gehören heute:
- das direkte Brauenlifting,
- das Pre-Hairline- beziehungsweise prätrichiale Stirnlifting,
- das seitliche Schläfenlift zur gezielten Anhebung des äußeren Brauenanteils,
- das endoskopische Stirn- und Augenbrauenlifting
- sowie das Gliding Brow Lift mit Präparation in der Subkutanschicht und vorübergehender Fixation durch ein hämostatisches Netz.
Die Größe oder Lage der Hautschnitte allein entscheidet nicht über die Qualität eines Verfahrens. Ebenso wichtig sind die Präzision der Korrektur, die Kontrolle von Form und Symmetrie, der Umgang mit den Geweben und die Stabilität der erreichten Position.
Das direkte Brauenlifting
Beim direkten Brauenlifting verläuft der Hautschnitt unmittelbar am oberen Rand der Augenbraue. Entsprechend der gewünschten Korrektur wird eine schmale, individuell bemessene Hautspindel entfernt. Dadurch lassen sich Höhe, Form und Verlauf der Augenbraue sehr unmittelbar beeinflussen.
Ein wesentlicher Vorteil besteht in der hohen Präzision. Beide Augenbrauen können unabhängig voneinander geplant und unterschiedlich stark korrigiert werden. Das Verfahren eignet sich deshalb auch zur Behandlung ausgeprägter Asymmetrien.
Besonders interessant kann das direkte Brauenlifting sein, wenn Zugänge über die Kopfhaut oder den Haaransatz ungünstig sind. Dies kann beispielsweise bei einem deutlich zurückgewichenen Haaransatz, ausgeprägtem Haarverlust im Schläfenbereich oder sehr geringer beziehungsweise fehlender Kopfbehaarung der Fall sein.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die spätere Narbe. Sie liegt unmittelbar am oberen Rand der Augenbraue, muss deshalb jedoch nicht zwangsläufig auffällig bleiben. Moderne Schnitttechniken berücksichtigen den Verlauf der Haarfollikel. Durch eine flach angeschrägte Schnittführung können Follikel im Randbereich geschont werden, sodass Augenbrauenhaare später durch den Narbenbereich wachsen und ihn zusätzlich kaschieren können.
Eine sorgfältige mehrschichtige und möglichst spannungsarme Wundnaht ist ebenfalls von Bedeutung. Das direkte Brauenlifting sollte deshalb nicht allein aufgrund der Lage seines Hautschnittes als veraltetes Verfahren betrachtet werden. Bei geeigneter Ausgangssituation ermöglicht es eine sehr genaue Kontrolle von Form, Höhe und Symmetrie der Augenbrauen.
Pre-Hairline-Lift – Korrektur über den Haaransatz
Beim Pre-Hairline- beziehungsweise prätrichialen Stirnlifting liegt der operative Zugang unmittelbar am Übergang zwischen Stirn und behaarter Kopfhaut.
Die Schnittlinie kann bewusst unregelmäßig in einer sogenannten Broken-Line-Technik geführt werden. Dadurch wird eine lange gerade Linie vermieden und der spätere Narbenverlauf stärker in die natürlichen Unregelmäßigkeiten des Haaransatzes integriert.
Auch bei diesem Zugang kann die Schnittführung so angelegt werden, dass Haarfollikel möglichst geschont werden. Nach entsprechender Heilung können Haare durch beziehungsweise unmittelbar vor dem Narbenbereich wachsen und ihn zusätzlich kaschieren.
Über den Zugang am Haaransatz lassen sich Stirn und Augenbrauen großflächiger mobilisieren. Gleichzeitig kann überschüssige Haut entfernt werden. Ein besonderer Vorteil kann bei einer hohen Stirn bestehen: Anders als bei einem weiter innerhalb der behaarten Kopfhaut gelegenen Zugang muss der Haaransatz nicht zusätzlich nach oben verlagert werden. Bei entsprechender Planung kann die Stirnhöhe sogar reduziert und der Haaransatz tiefer positioniert werden.
Die Methode eignet sich jedoch nicht für jede Haar- und Hautsituation. Haaransatz, Haardichte, individuelle Narbenbildung und die gewünschte Veränderung müssen vor der Operation sorgfältig beurteilt werden.
Das seitliche Schläfenlift
Wenn vor allem der äußere Anteil der Augenbraue abgesunken ist, kann ein seitliches Schläfenlift eine gezielte Behandlungsmöglichkeit darstellen.
Der Zugang liegt im Bereich der behaarten Schläfenregion beziehungsweise am dortigen Haaransatz. Über diesen Zugang werden die seitlichen Stirn- und Schläfengewebe mobilisiert und nach oben beziehungsweise seitlich neu positioniert.
Die Wirkung konzentriert sich vor allem auf den äußeren Brauenanteil. Eine deutlich abgesunkene innere Augenbraue lässt sich mit einem isolierten Schläfenlift dagegen nur begrenzt beeinflussen. Das Verfahren kann deshalb insbesondere dann interessant sein, wenn die Veränderung überwiegend seitlich liegt und eine umfassende Korrektur der gesamten Stirn nicht erforderlich erscheint.
Das endoskopische Stirn- und Augenbrauenlifting
Beim endoskopischen Stirn- und Augenbrauenlifting erfolgt der Zugang über mehrere kleinere Schnitte innerhalb der behaarten Kopfhaut. Mithilfe eines Endoskops werden die anatomischen Strukturen dargestellt und Stirn sowie Augenbrauen in einer tieferen Gewebeschicht mobilisiert.
Nach dieser Mobilisierung müssen die gelösten Gewebe zuverlässig in ihrer neuen Position fixiert werden. Hierfür wurden unterschiedliche Naht-, Knochen- und Implantatfixationen entwickelt.
Die langfristige Stabilität der erreichten Brauenposition gehört seit vielen Jahren zu den diskutierten Punkten des endoskopischen Verfahrens. Die unmittelbar nach der Operation sichtbare Position entspricht nicht zwangsläufig der endgültigen Position nach Abschluss der Heilung. Ein Teil der anfänglichen Anhebung kann im Verlauf zurückgehen.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zeigt zugleich, dass auch langfristig eine messbare Anhebung erhalten bleiben kann. Das endoskopische Stirnlifting ist deshalb nicht grundsätzlich als instabiles Verfahren anzusehen. Wiederabsinken, Fixationstechnik und die Vorhersagbarkeit der endgültigen Brauenposition bleiben dennoch wichtige Aspekte bei der Indikationsstellung.
Aus meiner Sicht sollte ein endoskopisches Verfahren nicht allein deshalb bevorzugt werden, weil die Hautschnitte innerhalb der Kopfbehaarung liegen. Entscheidend ist, ob die Technik zur individuellen Anatomie, zum Haaransatz und zum gewünschten Ausmaß der Korrektur passt.
Warum frühe Ergebnisse beim Brauenlifting täuschen können
Das endgültige Ergebnis eines Augenbrauenliftings lässt sich unmittelbar nach der Operation noch nicht zuverlässig beurteilen.
Schwellungen, Gewebespannung und eine gegebenenfalls bewusst etwas höher eingestellte anfängliche Position können die Braue zunächst stärker angehoben erscheinen lassen. Erst im Verlauf der folgenden Monate zeigt sich, welche Position nach Abschluss der wesentlichen Heilung erhalten bleibt.
Für die wissenschaftliche Bewertung verschiedener Techniken ist deshalb eine längerfristige Nachbeobachtung wichtiger als eine frühe postoperative Aufnahme. Aussagekräftig sind insbesondere standardisierte Fotografien und objektive Messungen nach mehreren Monaten beziehungsweise nach einem Jahr.
Gliding Brow Lift – ein anderes Prinzip der Brauenanhebung
Das Gliding Brow Lift, kurz GBL, verfolgt ein anderes Operationsprinzip als viele klassische Stirn- und Brauenliftings.
Die Präparation erfolgt in der Subkutanschicht, also in einer oberflächlichen Gewebeschicht unmittelbar oberhalb der Stirnmuskulatur, des Musculus frontalis. Über kleine Zugänge werden Haut und Unterhautgewebe der Stirn- und Augenbrauenregion großflächig von ihrer tieferen Unterlage gelöst.
Im Bereich der Augenbrauen setzt sich diese Präparationsebene oberhalb der dort verlaufenden mimischen Muskeln und bindegewebigen Strukturen fort. Die Stirnmuskulatur selbst wird somit nicht als Einheit angehoben. Mobilisiert und neu positioniert wird vielmehr die darüberliegende Haut-Weichteil-Schicht.
Durch diese Mobilisierung erhält das Gewebe eine hohe Beweglichkeit. Die Augenbraue kann dadurch nicht nur nach oben verlagert, sondern auch in ihrem Verlauf und ihrer Form gezielt neu eingestellt werden. Der Begriff „Gliding“ beschreibt dieses Prinzip: Die gelöste Haut-Weichteil-Schicht kann auf ihrer Unterlage gleiten und anschließend in der gewünschten Position stabilisiert werden.
Das hämostatische Netz beim Gliding Brow Lift
Eine Besonderheit des Gliding Brow Lift ist die vorübergehende Fixation mithilfe eines sogenannten hämostatischen Netzes.
Nach der Mobilisierung und der gewünschten Neupositionierung wird die Haut-Weichteil-Schicht durch ein System fortlaufender Haltenähte flächig an die darunterliegende Gewebeunterlage adaptiert. Die Nähte durchqueren die Haut an zahlreichen Punkten und erfassen zugleich die tiefere Gewebeschicht. Auf diese Weise entsteht eine gleichmäßige flächige Verbindung zwischen den zuvor voneinander gelösten Gewebeebenen.
Das hämostatische Netz erfüllt mehrere Funktionen. Es vermindert den Raum zwischen den mobilisierten Gewebeschichten, begrenzt ihre Verschieblichkeit gegeneinander und kann dadurch Blut- beziehungsweise Flüssigkeitsansammlungen entgegenwirken.
Beim Gliding Brow Lift besitzt das Netz darüber hinaus eine wesentliche Fixationsfunktion. Es stabilisiert die neu eingestellte Position und Form der Augenbrauen während der frühen Heilungsphase, in der sich die mobilisierten Gewebeschichten erneut miteinander verbinden.
Das hämostatische Netz ist kein dauerhaft verbleibendes Implantat. Die Nähte werden nach drei bis vier Tagen wieder entfernt.
Seine Bedeutung beim Gliding Brow Lift geht damit über die reine Blutstillung hinaus. Das Netz dient zugleich als flächiges, vorübergehendes Fixationssystem für die neu positionierte Stirn- und Augenbrauenregion.
Wie dauerhaft ist ein Gliding Brow Lift?
Die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse zum Gliding Brow Lift sind interessant. Gleichzeitig ist die Datenbasis im Vergleich zu länger etablierten Operationsverfahren noch begrenzt.
Die ursprüngliche Beschreibung der Methode berichtete bei einem durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von 17 Monaten überwiegend stabile Ergebnisse. Bei einem kleinen Teil der behandelten Patientinnen und Patienten trat erneut eine ein- oder beidseitige Absenkung auf.
Neuere Untersuchungen mit objektiven Messungen zeigen ebenfalls, dass eine messbare Anhebung insbesondere im äußeren Brauenbereich nach einem Jahr erhalten bleiben kann. Eine 2026 veröffentlichte Analyse weist bei begrenzter Fallzahl ebenfalls auf eine weitgehend stabile Brauenposition während der untersuchten Nachbeobachtung hin.
Diese Ergebnisse sind vielversprechend. Sie rechtfertigen jedoch noch nicht die Aussage, das Gliding Brow Lift sei anderen etablierten Techniken grundsätzlich überlegen. Eine systematische Übersichtsarbeit zum GBL konnte nur vier geeignete Studien mit insgesamt 181 behandelten Personen einschließen; überwiegend handelte es sich um rückblickende Fallserien mit niedrigem Evidenzniveau.
Auch die aktuelle Meta-Analyse zum hämostatischen Netz beschreibt insgesamt niedrige Komplikationsraten. Da die eingeschlossenen Untersuchungen jedoch keine belastbare Überlegenheit gegenüber allen Standardverfahren belegen, sollte auch dieser Befund differenziert eingeordnet werden.
Das Gliding Brow Lift ist damit eine interessante Weiterentwicklung der Brauenchirurgie. Sein langfristiger Stellenwert wird sich mit zunehmender Zahl hochwertiger, vergleichender Langzeitstudien noch genauer beurteilen lassen.
Welche Technik des Augenbrauenliftings ist die richtige?
Eine allgemeingültig beste Operationsmethode gibt es nicht.
Das direkte Brauenlifting ermöglicht eine besonders unmittelbare und präzise Kontrolle von Brauenhöhe, Form und Symmetrie. Das Pre-Hairline-Lift kann insbesondere bei einer hohen Stirn und geeignetem Haaransatz sinnvoll sein. Ein seitliches Schläfenlift konzentriert sich vor allem auf den äußeren Brauenanteil.
Das endoskopische Stirnlifting ermöglicht eine Mobilisierung über kleinere Zugänge innerhalb der behaarten Kopfhaut, stellt jedoch besondere Anforderungen an die Fixation und an die Planung der endgültigen Brauenposition.
Das Gliding Brow Lift arbeitet in einer oberflächlicheren Präparationsebene und verbindet die Mobilisierung der Haut-Weichteil-Schicht mit einer vorübergehenden flächigen Fixation durch das hämostatische Netz.
Ein kleiner oder gut verborgener Zugang kann ein Vorteil sein, wenn er zur jeweiligen Anatomie und zum Behandlungsziel passt. Er ist jedoch nicht das alleinige Ziel. Entscheidend sind eine natürliche Brauenform, eine präzise Korrektur und eine möglichst stabile Position.
Welche Risiken bestehen?
Wie jeder operative Eingriff ist auch ein Augenbrauen- oder Stirnlifting mit möglichen Risiken und Komplikationen verbunden.
Dazu gehören unter anderem Nachblutungen, Blutergüsse, Infektionen, Wundheilungsstörungen, auffällige Narben, vorübergehende oder länger anhaltende Sensibilitätsveränderungen, Veränderungen des Haarwachstums sowie Asymmetrien, Über- oder Unterkorrekturen und ein erneutes Absinken der Augenbrauen.
Von besonderer Bedeutung sind die Nervenstrukturen der Stirn- und Schläfenregion. Eine genaue Kenntnis der anatomischen Verhältnisse und eine an die jeweilige Operationstechnik angepasste Präparation sind deshalb wesentliche Voraussetzungen.
Auch bei einem technisch regelrecht durchgeführten Eingriff schreitet der natürliche Alterungsprozess weiter fort. Ein Augenbrauenlifting kann die Brauenposition langfristig verbessern, den weiteren Alterungsprozess jedoch nicht aufhalten.
Gibt es nichtoperative Möglichkeiten?
Bei einer gering ausgeprägten Absenkung der Augenbrauen kann Botulinumtoxin in ausgewählten Fällen eine diskrete Veränderung der Brauenposition bewirken.
Dabei werden bestimmte Muskeln, die die Augenbraue nach unten ziehen, gezielt abgeschwächt. Dadurch kann sich insbesondere der äußere Brauenanteil geringfügig anheben. Der Effekt ist wesentlich geringer als bei einem operativen Augenbrauenlifting und nicht bei jeder anatomischen Ausgangssituation gleichermaßen erreichbar. Eine ausgeprägte Brauenabsenkung lässt sich damit nicht korrigieren.
Auch Volumenverluste im Bereich der Schläfen oder am oberen knöchernen Augenhöhlenrand können das Erscheinungsbild der Augenregion beeinflussen. In ausgewählten Fällen können volumengebende Verfahren sinnvoll sein. Sie ersetzen jedoch kein operatives Lifting, wenn das eigentliche Problem in einer deutlichen Absenkung der Augenbraue und der umgebenden Weichteile besteht.
Meine persönliche fachärztliche Einschätzung
Für mich beginnt die Planung eines Augenbrauenliftings nicht mit der Frage, welche Operationstechnik den kleinsten Schnitt oder den modernsten Namen besitzt.
Zunächst müssen Form und Position der Augenbrauen, der äußere Brauenanteil, mögliche Asymmetrien, die Aktivität des Musculus frontalis, die Höhe der Stirn und der Verlauf des Haaransatzes beurteilt werden. Auch Haardichte, Hautqualität, Schläfenregion und bereits erfolgte Eingriffe gehören zu dieser Analyse.
Erst daraus ergibt sich, welcher Zugang und welches Operationsprinzip zur individuellen Ausgangssituation passen.
Das direkte Brauenlifting ist nicht allein aufgrund seiner Schnittführung ein überholtes Verfahren. Moderne Schnitt- und Nahttechniken können zu wenig auffälligen Narben führen, und bei geeigneter Indikation erlaubt die Methode eine ausgesprochen präzise Kontrolle der Brauenposition.
Ebenso ist ein endoskopischer Zugang nicht automatisch die bessere Wahl, nur weil die Schnitte innerhalb der Kopfbehaarung liegen. Auch hier müssen das erreichbare Ausmaß der Anhebung, die Fixation und die langfristige Stabilität gegeneinander abgewogen werden.
Neuere Verfahren wie das Gliding Brow Lift erweitern das operative Spektrum um interessante Konzepte. Ihre bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend, sollten jedoch ebenso differenziert beurteilt werden wie die Ergebnisse etablierter Techniken.
Gerade beim Augenbrauenlifting können wenige Millimeter das Erscheinungsbild deutlich verändern. Ziel sollte deshalb keine möglichst starke Anhebung sein, sondern eine Augenbrauenposition, die sich harmonisch in das individuelle Gesicht einfügt.
Häufige Fragen zum Augenbrauenlifting
Ist ein Augenbrauenlifting dasselbe wie ein Stirnlifting?
Die Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht vollständig gleichbedeutend. Ein Augenbrauenlifting zielt vor allem auf Position und Form der Brauen. Bei einem Stirnlifting werden abhängig von der Technik zusätzlich größere Bereiche der Stirn mobilisiert und gegebenenfalls der Haaransatz berücksichtigt.
Kann ein Augenbrauenlifting eine Oberlidstraffung ersetzen?
Nicht grundsätzlich. Eine abgesunkene Augenbraue kann das Oberlid schwerer erscheinen lassen. Besteht nach Korrektur der Brauenposition weiterhin ein eigener Hautüberschuss am Oberlid, kann zusätzlich eine Oberlidstraffung sinnvoll sein.
Welche Technik hinterlässt die unauffälligste Narbe?
Das lässt sich nicht allein aus der Länge oder Lage des Hautschnittes ableiten. Narbenqualität, Haardichte, Haaransatz, individuelle Heilung und die gewählte Schnitt- und Nahttechnik spielen zusammen. Ein gut verborgener Zugang ist nur dann ein Vorteil, wenn er zugleich die erforderliche Korrektur ermöglicht.
Wie lange hält ein Augenbrauenlifting?
Die Haltbarkeit hängt von der Ausgangssituation, der Operationstechnik, der Fixation und der individuellen Gewebequalität ab. Ein operativ erreichtes Ergebnis kann langfristig bestehen. Der natürliche Alterungsprozess setzt sich jedoch fort, sodass sich Stirn- und Brauenregion im Laufe der Jahre erneut verändern.
Wann ist das endgültige Ergebnis sichtbar?
Die frühe Position wird durch Schwellung und Gewebespannung beeinflusst. Eine belastbare Beurteilung ist deshalb erst im weiteren Heilungsverlauf möglich. Je nach Verfahren verändern sich Schwellung, Narben und Gewebe über mehrere Monate.
Persönliche Beratung zum Augenbrauen- und Stirnlifting
Welche Form des Augenbrauenliftings für die jeweilige Ausgangssituation geeignet sein kann, lässt sich am zuverlässigsten im Rahmen einer persönlichen Untersuchung beurteilen.
Dabei werden Augenbrauenposition und -form, Stirn, Haaransatz, Mimik, Haut- und Gewebequalität sowie mögliche Asymmetrien gemeinsam betrachtet. Auf dieser Grundlage kann besprochen werden, ob beispielsweise ein direktes Brauenlifting, ein Pre-Hairline-Verfahren, ein seitliches Schläfenlift, ein endoskopisches Stirnlifting oder ein Gliding Brow Lift infrage kommt.
Beratungstermine sind in Hamburg und Pinneberg möglich. Meine Praxismanagerin Frau Köhne nimmt Ihre Anfrage entgegen und koordiniert den persönlichen Beratungstermin.
Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche fachärztliche Untersuchung, individuelle Operationsplanung oder ärztliche Aufklärung.
Medizinische Quellen
- Perry JD, Hwang CJ. Direct Browlift. Clinics in Plastic Surgery. 2022;49(3):409–414. DOI: 10.1016/j.cps.2022.03.002.
- Dunn T, Hohman MH. Pretrichial Brow Lift. StatPearls Publishing; aktualisierte Fassung 2026.
- Şibar S, Uğraş Dikmen A, Işık Erdal A. Long-term Stability in Endoscopic Brow Lift: A Systematic Review and Meta-Analysis of the Literature. Aesthetic Surgery Journal. 2025;45(3):232–240. DOI: 10.1093/asj/sjae225.
- Viterbo F, Auersvald A, O’Daniel TG. Gliding Brow Lift (GBL): A New Concept. Aesthetic Plastic Surgery. 2019;43(6):1536–1546. DOI: 10.1007/s00266-019-01486-3.
- Şibar S, Işık Erdal A. The Gliding Brow Lift: A Systematic Review of the Literature. Annals of Plastic Surgery. 2024;93(3):397–401. DOI: 10.1097/SAP.0000000000004050.
- Orra S, Bald M, Wagner G, Grotting JC. The Gliding Brow Lift: An Analysis of Outcomes and Maintenance of Lift in a Single Surgeon’s Practice. Aesthetic Surgery Journal. 2025;45(3):225–231. DOI: 10.1093/asj/sjae224.
- Lam H, Buttram JE, Jeffrey J, et al. The “Gliding Brow Lift”: An Objective Analysis of Outcomes for the Treatment of Brow Ptosis. Ophthalmic Plastic and Reconstructive Surgery. 2026. PMID: 42535924.
- Ribeiro LF, De Freitas LR, Udoma-Udofa OC, et al. Efficacy and Safety of Hemostatic Net in Facelift and Rejuvenation Surgeries (Browlift and Necklift): A Systematic Review and Meta-analysis. Journal of Plastic, Reconstructive & Aesthetic Surgery. 2026;116:118–130. DOI: 10.1016/j.bjps.2026.03.029.
- Auersvald LA, Auersvald A. Commentary on: Hemostatic Net in Facelift Surgery: A 5-Year Single-Surgeon Experience. Aesthetic Surgery Journal. 2023;43(10):1112–1113. DOI: 10.1093/asj/sjad192.
