Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Veröffentlicht: Oktober 2026
Zuletzt medizinisch überprüft: Oktober 2026
Mehrere Hautstraffungen nach Gewichtsabnahme können notwendig werden, wenn Haut- und Gewebeüberschüsse nicht auf eine einzelne Körperregion begrenzt bleiben. Betroffen sein können gleichzeitig Bauch, Brust, Oberarme, Oberschenkel, Flanken, Rücken und Gesäß.
Damit stellt sich für viele Patientinnen und Patienten die Frage, ob mehrere dieser Veränderungen innerhalb einer Operation korrigiert werden können oder ob ein schrittweises Vorgehen sinnvoller ist.
Grundsätzlich lassen sich bestimmte körperstraffende Eingriffe miteinander kombinieren. Mit zunehmendem Gesamtumfang können jedoch Operationsdauer, Wundflächen, potenzieller Blutverlust und die Anforderungen an die postoperative Mobilisation zunehmen. Maßgeblich ist deshalb eine Gesamtplanung, bei der Operationsumfang, Wundflächen, postoperative Mobilität und individuelles Risikoprofil in einem vertretbaren Verhältnis zueinander stehen.
Lassen sich mehrere Hautstraffungen gleichzeitig durchführen?
Bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen und Patienten können zwei und in bestimmten Situationen auch mehrere körperstraffende Eingriffe innerhalb einer Operationssitzung durchgeführt werden.
Eine feste Zahl, wie viele Straffungen gleichzeitig sinnvoll oder sicher sind, lässt sich jedoch nicht festlegen.
Eine 2026 veröffentlichte multizentrische Untersuchung analysierte 1.182 Patientinnen und Patienten nach ausgeprägter Gewichtsabnahme. Die beobachtete Gesamtkomplikationsrate betrug 3,6 Prozent nach einem Eingriff, 5,1 Prozent nach zwei, 20,2 Prozent nach drei und 22,4 Prozent nach vier kombinierten Verfahren. Der Anstieg bei den umfangreicheren Kombinationen beruhte insbesondere auf einer Zunahme von Wunddehiszenzen, also einem Auseinanderweichen der Wundränder; auch Transfusionen waren bei drei und vier Eingriffen häufiger.
Diese Zahlen sind jedoch keine allgemeingültigen Komplikationsraten für ein, zwei, drei oder vier Operationen. Untersucht wurde ein gezielt ausgewähltes Kollektiv mit unter anderem einem BMI bis 30 kg/m², über mindestens sechs Monate stabilem Gewicht, korrigierten Mikronährstoffdefiziten und niedrigem anästhesiologischem Risikoprofil.
Eine weitere retrospektive Untersuchung mit 653 Patientinnen und Patienten kam zu teilweise anderen Ergebnissen. Dort unterschieden sich die Komplikationsraten der ersten drei Gruppen statistisch nicht signifikant, während vier oder mehr kombinierte Verfahren ungünstiger abschnitten.
Gerade diese Unterschiede zeigen, warum sich die Operationsplanung nicht an einer starren Zahl orientieren sollte. Die Bezeichnung eines Eingriffs sagt allein wenig darüber aus, wie lange eine Operation dauert, wie groß die entstehenden Wundflächen sind und wie hoch die tatsächliche Gesamtbelastung ausfällt.
Wann kann eine Kombination sinnvoll sein?
Die gemeinsame Durchführung ausgewählter Eingriffe kann Vorteile haben. Mehrere Eingriffe können in einer gemeinsamen Allgemeinanästhesie erfolgen; Krankenhausaufenthalt und Erholungsphase lassen sich dadurch gegebenenfalls zusammenfassen. Zudem können anatomisch zusammenhängende Körperregionen innerhalb eines übergeordneten Behandlungskonzeptes korrigiert werden.
Gerade nach erheblicher Gewichtsabnahme sind Veränderungen verschiedener Regionen häufig miteinander verbunden. Bauch, Taille und Flanken prägen gemeinsam die Kontur des Rumpfes. Auch Brust und seitlicher Thorax oder Oberarme und angrenzende Hautüberschüsse können anatomisch zusammengehören.
Eine sinnvolle Kombination ist deshalb mehr als die Addition zweier Operationen. Der mögliche Vorteil einer gemeinsamen Korrektur muss gegen die zusätzliche operative und postoperative Belastung abgewogen werden.
Mehrere Hautstraffungen nach Gewichtsabnahme: Was bestimmt die Gesamtbelastung?
Die reine Zahl der Eingriffe ist nur ein grober Anhaltspunkt.
Eine begrenzte zusätzliche Liposuktion ist hinsichtlich Operationsdauer und Wundfläche nicht mit einer vollständigen Oberschenkelstraffung vergleichbar. Ebenso unterscheidet sich eine kleinere Brustkorrektur erheblich von einem Bodylift.
Aussagekräftiger sind der tatsächliche Operationsumfang, die voraussichtliche Dauer, Größe und Lage der Wundflächen, die erforderliche Lagerung, die Einschränkung der Mobilität und das individuelle gesundheitliche Risikoprofil.
Operationsdauer
Eine retrospektive Untersuchung von 1.753 plastisch-chirurgischen Fällen zeigte mit zunehmender Operationsdauer eine steigende Wahrscheinlichkeit postoperativer Komplikationen.
Die Studie umfasste allerdings unterschiedliche plastisch-chirurgische Eingriffe und war nicht speziell auf körperstraffende Operationen nach Gewichtsabnahme ausgerichtet. Eine starre zeitliche Grenze lässt sich daraus daher nicht ableiten.
Die Operationsdauer bleibt dennoch ein eigenständiger Bestandteil der präoperativen Planung.
Wundflächen und Mobilisation
Mehrere Straffungsoperationen können lange Narben und ausgedehnte Wundflächen erzeugen. Damit steigen die Anforderungen an Gewebedurchblutung, Wundheilung, postoperative Lagerung und Mobilisation.
Von besonderer Bedeutung ist die Frage, ob sich eine Patientin oder ein Patient nach der gewählten Kombination sicher bewegen kann.
Nach einer Bauchdeckenstraffung ist beispielsweise die Beweglichkeit des Rumpfes zunächst eingeschränkt. Werden gleichzeitig weitere größere Regionen operiert, können Aufstehen, Gehen, Umlagern oder die selbstständige Versorgung zusätzlich erschwert sein.
Technische Kombinierbarkeit und sichere postoperative Mobilisation sind deshalb nicht dasselbe.
Thromboembolisches Risiko
Mit zunehmendem Operationsumfang gewinnen thromboembolische Risikofaktoren und die frühe postoperative Mobilisation zusätzlich an Bedeutung.
Das individuelle Risiko für venöse Thromboembolien sollte präoperativ strukturiert beurteilt und die mechanische sowie gegebenenfalls medikamentöse Prophylaxe daran angepasst werden.
Eine systematische Übersicht zu körperstraffenden Eingriffen nach massiver Gewichtsabnahme zeigt zugleich, dass die Studienlage zur optimalen medikamentösen Thromboseprophylaxe heterogen ist. Ein einheitliches Schema für sämtliche Verfahren lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten.
Welche Eingriffe lassen sich grundsätzlich kombinieren?
Eine verbindliche Liste sinnvoller Kombinationen gibt es nicht. Einige Konstellationen werden jedoch regelmäßig durchgeführt und sind auch in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben.
Die Übersicht beschreibt mögliche Planungsrichtungen und stellt keine Empfehlung für eine bestimmte Kombination dar.
Bauch und Brust: eine häufig diskutierte Kombination
Eine gleichzeitige Korrektur von Bauch und Brust wird häufig nachgefragt.
Eine 2025 veröffentlichte Analyse von 7.865 Patientinnen verglich isolierte kosmetische Brustoperationen, alleinige Abdominoplastiken und kombinierte Eingriffe. Die Untersuchung war nicht speziell auf Patientinnen nach ausgeprägter Gewichtsabnahme beschränkt und lässt sich deshalb nur eingeschränkt auf dieses Kollektiv übertragen.
Im Vergleich mit einer alleinigen Abdominoplastik war die kombinierte Operation mit einer höheren Reoperationswahrscheinlichkeit verbunden. Bei der Gesamtzahl chirurgischer und medizinischer Komplikationen zeigte sich dagegen kein signifikanter Unterschied. Gegenüber einer alleinigen Brustoperation wurden bei der Kombination mehr Gesamt- und medizinische Komplikationen beobachtet.
Die Ergebnisse erlauben deshalb keine pauschale Empfehlung für oder gegen diese Kombination.
Brust und Oberarme: anatomisch nachvollziehbar, funktionell mitbedenken
Nach größerer Gewichtsabnahme können Brust, seitlicher Brustkorb und Oberarme gleichzeitig deutlich erschlafft sein.
Kombinationen aus Mastopexie, also Bruststraffung, und Brachioplastik, der Oberarmstraffung, werden auch in aktuellen postbariatrischen Serien beschrieben. Eine 2026 publizierte Untersuchung mit 75 Patientinnen und Patienten umfasste jeweils zwei oder drei gleichzeitig durchgeführte Verfahren, darunter Kombinationen von Oberarm- und Brustkorrekturen.
Die Untersuchung belegt damit die grundsätzliche Durchführbarkeit in einem ausgewählten Kollektiv, erlaubt aufgrund der geringen Fallzahl, des retrospektiven Studiendesigns und der unterschiedlichen Operationskombinationen jedoch keine pauschale Übertragung.
Für die praktische Planung ist insbesondere relevant, wie stark die Beweglichkeit beider Arme unmittelbar nach der Operation eingeschränkt sein wird und ob dadurch die Selbstständigkeit unnötig erschwert wird.
Straffungsoperation und Fettabsaugung
Eine Liposuktion kann eine körperstraffende Operation sinnvoll ergänzen, wenn verbliebene Fettdepots beispielsweise an Taille, Flanken, Rücken oder angrenzenden Regionen die Kontur beeinflussen.
Eine begrenzte Fettabsaugung kann Bestandteil derselben Operationsplanung sein. Eine ausgedehntere zusätzliche Liposuktion kann dagegen Operationsdauer, Anforderungen an das Flüssigkeitsmanagement und die perioperative Gesamtbelastung erhöhen. Zugleich muss die Durchblutung der verbleibenden Haut- und Gewebelappen berücksichtigt werden.
Nicht jede Region, die technisch gleichzeitig abgesaugt werden könnte, sollte deshalb zwangsläufig in derselben Sitzung behandelt werden.
Welche Faktoren können gegen eine Kombination sprechen?
Eine gemeinsame Durchführung mehrerer größerer Eingriffe wird insbesondere dann kritisch, wenn sehr ausgedehnte Wundflächen entstehen, die voraussichtliche Operationsdauer erheblich zunimmt, die Lagerung erschwert oder die postoperative Mobilität deutlich eingeschränkt wird.
Auch können unterschiedliche Operationen hinsichtlich Schnittführung, Gewebemobilisation oder Erholungsanforderungen ungünstig miteinander konkurrieren.
Ein zirkuläres Bodylift ist bereits für sich ein umfangreicher Eingriff. Zusätzliche größere Straffungen innerhalb derselben Operationssitzung bedürfen daher einer besonders sorgfältigen Abwägung.
Die Abgrenzung zwischen den beiden Verfahren wird im gesonderten Beitrag „Bauchdeckenstraffung oder Bodylift nach Gewichtsabnahme: Welcher Eingriff passt zu welchem Befund?“ ausführlich behandelt.
Die zentrale Frage lautet nicht, ob mehrere Eingriffe technisch gemeinsam durchführbar sind, sondern ob die daraus entstehende Gesamtoperation medizinisch sinnvoll bleibt.
Wann ist ein mehrstufiges Vorgehen sinnvoll?
Ein Stufenkonzept kann angezeigt sein, wenn mehrere großflächige Regionen behandelt werden sollen und ihre Kombination zu einer unverhältnismäßig langen Operation, sehr großen Wundflächen oder einer erheblichen Einschränkung der postoperativen Mobilität führen würde.
Gelegentlich ist es zudem sinnvoll, zunächst das Ergebnis einer ersten Operationsstufe abzuwarten, weil sich dadurch die Kontur und damit auch die Planung einer später zu behandelnden Region verändern kann.
Ein mehrstufiges Vorgehen bedeutet nicht, dass die Behandlung weniger umfassend ist. Es kann vielmehr ermöglichen, die einzelnen Operationsabschnitte gezielter zu planen und die Belastung jeder Sitzung zu begrenzen.
Sind mehrere Operationsstufen vorgesehen, gehört auch ihre Reihenfolge zum Gesamtkonzept. Sie richtet sich nach der individuellen Anatomie, den Wechselwirkungen zwischen den Regionen und den Anforderungen der jeweiligen Eingriffe. Die Frage, welche Körperregion nach einer Gewichtsabnahme zuerst behandelt werden sollte, wird bewusst in einem eigenen Beitrag vertieft.
Ein Stufenkonzept ersetzt allerdings keine präoperative Risikoreduktion. Modifizierbare Risikofaktoren sollten vor größeren elektiven Straffungseingriffen soweit möglich optimiert werden.
Gibt es eine feste Obergrenze für gleichzeitig kombinierte Eingriffe?
Eine allgemeingültige Obergrenze lässt sich aus der wissenschaftlichen Literatur nicht ableiten.
Die vorhandenen retrospektiven Untersuchungen kommen bei zwei, drei oder mehr kombinierten Eingriffen teilweise zu unterschiedlichen Ergebnissen. Gründe dafür sind unter anderem Unterschiede in Patientenselektion, Art und Umfang der Operationen, Resektionsgewicht, Operationsdauer und perioperativem Management.
Eine einfache Regel wie „zwei sind sicher, drei sind zu viel“ wäre daher wissenschaftlich nicht begründbar.
Die Anzahl der Operationsbezeichnungen allein ist kein geeignetes Maß für die tatsächliche operative Belastung.
Welche gesundheitlichen Voraussetzungen sind relevant?
Je umfangreicher eine geplante Kombination ist, desto wichtiger wird die präoperative Risikobeurteilung. Gewichtsstabilität, Ernährungszustand, BMI, Nikotinkonsum, relevante Begleiterkrankungen sowie thromboembolische und anästhesiologische Risikofaktoren fließen in diese Einschätzung ein.
Für postbariatrische Patientinnen und Patienten zeigen systematische Auswertungen Zusammenhänge zwischen höherem präoperativem BMI, größerem Resektionsgewicht und einer erhöhten Komplikationswahrscheinlichkeit. Starre individuelle Ausschlussgrenzen lassen sich daraus jedoch nicht ableiten. Die besonderen Voraussetzungen nach einer medikamentös unterstützten Gewichtsreduktion werden im gesonderten Beitrag „Hautstraffung nach GLP-1-Gewichtsabnahme: Warum Zeitpunkt und Vorbereitung entscheidend sind“ ausführlich behandelt.
Wie lange sollte zwischen mehreren Operationsstufen liegen?
Eine für alle Patientinnen und Patienten gültige Zeitspanne gibt es nicht.
Vor einer weiteren größeren Straffungsoperation sollten die Wunden der ersten Operation stabil verheilt, relevante Schwellungen deutlich zurückgegangen und Mobilität sowie körperliche Belastbarkeit ausreichend wiederhergestellt sein.
Bei Bedarf können Blutbild, Ernährungszustand oder andere präoperativ relevante Parameter erneut beurteilt werden.
Der geeignete Zeitpunkt richtet sich daher stärker nach dem tatsächlichen Heilungs- und Regenerationsverlauf als nach einer starren Zahl von Wochen oder Monaten.
Meine persönliche fachärztliche Einschätzung
Nach ausgeprägter Gewichtsabnahme sind häufig mehrere Körperregionen gleichzeitig betroffen. Ich betrachte diese Veränderungen deshalb nicht isoliert, sondern entwickle zunächst ein Gesamtkonzept.
Dabei prüfe ich, welche Regionen anatomisch zusammengehören, welche Korrekturen für die Gesamtkontur besonders relevant sind und welche Eingriffe hinsichtlich Operationsdauer, Wundflächen und anschließender Mobilität sinnvoll miteinander vereinbar sind.
Ebenso wichtig ist für mich die Entscheidung, welche technisch mögliche Korrektur bewusst nicht in dieselbe Operationssitzung aufgenommen werden sollte.
Eine Kombination ausgewählter Eingriffe kann bei geeigneter Ausgangssituation sehr sinnvoll sein und mehrere Korrekturen innerhalb einer gemeinsamen Erholungsphase ermöglichen. Bei umfangreicheren Befunden kann es dagegen medizinisch sinnvoller sein, einen weiteren Eingriff auf eine zweite Operationsstufe zu verschieben.
Für mich zeigt sich die Qualität der Behandlungsplanung deshalb nicht an der Zahl gleichzeitig korrigierter Regionen, sondern daran, ob jede Operationsstufe medizinisch schlüssig in ein übergeordnetes Gesamtkonzept eingebettet ist.
Häufige Fragen zu kombinierten Hautstraffungen
Bedeutet eine kombinierte Operation automatisch eine kürzere Erholungszeit?
Nein. Werden mehrere Eingriffe in einer Operationssitzung durchgeführt, können Krankenhausaufenthalt und Erholungsphase zwar zusammengefasst werden. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Erholung insgesamt kürzer oder weniger belastend verläuft.
Mit dem Umfang einer kombinierten Operation können auch die Anforderungen an Wundheilung, Mobilität und körperliche Regeneration zunehmen. Der Vorteil einer gemeinsamen Erholungsphase besteht daher vor allem darin, mehrere Korrekturen innerhalb eines zusammenhängenden Behandlungsabschnitts durchführen zu können – nicht darin, die Rekonvaleszenz beliebig zu verkürzen.
Können sich verschiedene Straffungsoperationen gegenseitig beeinflussen?
Ja. Bei der Planung mehrerer Eingriffe wird nicht nur jeder Operationsschritt für sich betrachtet. Auch Schnittführung, Gewebemobilisation und die Anforderungen der einzelnen Verfahren an Lagerung und Erholung können sich gegenseitig beeinflussen.
Zwei Eingriffe, die isoliert jeweils sinnvoll wären, müssen deshalb nicht zwangsläufig auch innerhalb derselben Operationssitzung eine günstige Kombination darstellen. Die Planung sollte berücksichtigen, ob die einzelnen Operationsschritte technisch und funktionell miteinander vereinbar sind und sich in ein gemeinsames Behandlungskonzept einfügen.
Kann das Ergebnis einer ersten Operationsstufe die Planung der nächsten verändern?
Ja. Gerade nach ausgeprägter Gewichtsabnahme bestehen häufig anatomische Zusammenhänge zwischen benachbarten Körperregionen. Eine erste Straffungsoperation kann Proportionen und Konturen verändern und dadurch Einfluss darauf haben, wie eine weitere Region anschließend beurteilt und behandelt wird.
Es kann deshalb sinnvoll sein, das Ergebnis einer ersten Operationsstufe zunächst abzuwarten, bevor Umfang und genaue Technik des nächsten Eingriffs endgültig festgelegt werden. Ein Stufenkonzept dient damit nicht ausschließlich der Begrenzung der operativen Belastung, sondern kann auch einen planerischen Vorteil bieten.
Ist eine zusätzliche Fettabsaugung bei einer Straffungsoperation immer sinnvoll?
Nein. Hautstraffung und Fettabsaugung behandeln unterschiedliche anatomische Probleme.
Eine ergänzende Liposuktion kann sinnvoll sein, wenn verbliebene Fettdepots die Körperkontur beeinflussen und sich dadurch das Ergebnis der Straffung gezielt verbessern lässt. Fehlt ein entsprechender Fettüberschuss, besteht jedoch kein Grund, eine Fettabsaugung routinemäßig mit einer Straffungsoperation zu verbinden.
Auch der Umfang ist relevant: Eine begrenzte Liposuktion kann Bestandteil derselben Operationsplanung sein, während eine ausgedehntere Fettabsaugung zusätzliche Anforderungen an Gewebedurchblutung, Flüssigkeitsmanagement und perioperative Belastung stellt.
Muss ein Stufenkonzept von Beginn an vollständig festgelegt sein?
Ein übergeordnetes Behandlungskonzept ist von Beginn an sinnvoll. Es sollte klären, welche Körperregionen grundsätzlich behandelt werden sollen, welche anatomisch zusammengehören und welche Eingriffe möglicherweise auf mehrere Operationsstufen verteilt werden.
Die Details späterer Operationsschritte müssen jedoch nicht unveränderlich festgelegt werden. Heilungsverlauf, Ergebnis der vorausgegangenen Operation und die dadurch veränderte Körperkontur können die weitere Planung beeinflussen. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine vorgesehene nächste Operationsstufe nach Abschluss der ersten Heilungsphase erneut zu beurteilen.
Ein Stufenkonzept ist damit strukturiert, aber nicht starr. Es verbindet eine vorausschauende Gesamtplanung mit der Möglichkeit, spätere Schritte an den tatsächlich erreichten Befund anzupassen.
Persönliche Beratung bei Hanseatic Facelift
Bei Hanseatic Facelift berate ich Patientinnen und Patienten nach ausgeprägter Gewichtsabnahme persönlich zu den Möglichkeiten einer einzeitigen oder mehrstufigen operativen Körperformung.
Im Mittelpunkt steht ein Gesamtkonzept, das die betroffenen Regionen nicht isoliert betrachtet, sondern ihre anatomischen Zusammenhänge, den erforderlichen Operationsumfang und die individuelle körperliche Belastbarkeit berücksichtigt.
Die Einschätzung erfolgt auf Grundlage des individuellen Befundes, des Gewichtsverlaufs, der gesundheitlichen Voraussetzungen und der persönlichen Wünsche.
Sämtliche operativen Eingriffe werden von mir persönlich durchgeführt.
Beratungstermine sind in Hamburg und Pinneberg möglich.
Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Telefon: 040 22 85 44 97
E-Mail: info@hanseatic-facelift.de
Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung oder Beratung.
Ob mehrere körperstraffende Eingriffe miteinander kombiniert werden können oder ein mehrstufiges Vorgehen sinnvoller ist, muss anhand der individuellen Anatomie, des Operationsumfangs, der gesundheitlichen Voraussetzungen und der zu erwartenden postoperativen Belastung beurteilt werden.
Medizinische Quellen
1. Patanè L, Marruzzo G, Fioramonti P, Guerra M, Lorenzetti P, Ribuffo D.
Safety and Efficacy of Combining Multiple Body-Contouring Procedures in Massive-Weight-Loss Patients: A Retrospective Multicenter Study.
Aesthetic Plastic Surgery. 2026;50(10):3690–3699.
DOI: 10.1007/s00266-026-05620-w. PMID: 41588090.
2. Ibrahiem SMS.
Investigating the Safety of Multiple Body Contouring Procedures in Massive Weight Loss Patients.
Aesthetic Plastic Surgery. 2022;46(6):2891–2902.
DOI: 10.1007/s00266-022-02941-4. PMID: 35650300.
3. Hardy KL, Davis KE, Constantine RS, et al.
The Impact of Operative Time on Complications After Plastic Surgery: A Multivariate Regression Analysis of 1753 Cases.
Aesthetic Surgery Journal. 2014;34(4):614–622.
DOI: 10.1177/1090820X14528503. PMID: 24696297.
4. Knoedler S, Alfertshofer M, Matar DY, et al.
Safety of Combined Versus Isolated Cosmetic Breast Surgery and Abdominoplasty: Insights from a Multi-institutional Database.
Aesthetic Plastic Surgery. 2025;49(15):4273–4284.
DOI: 10.1007/s00266-025-04800-4. PMID: 40208323.
5. Burgic M, Begic A, Rifatbegovic A, Burgic M, Umihanic F.
Outcome of Multiple Combined Post-bariatric Surgery in Massive Weight Loss Patients.
Aesthetic Plastic Surgery. 2026.
DOI: 10.1007/s00266-026-05917-w. PMID: 42192006.
6. Yin C, McAuliffe PB, Marquez JE, et al.
Body Contouring in Massive Weight Loss Patients Receiving Venous Thromboembolism Chemoprophylaxis: A Systematic Review.
Plastic and Reconstructive Surgery – Global Open. 2021;9(8):e3746.
DOI: 10.1097/GOX.0000000000003746. PMID: 34414056.
7. Marouf A, Mortada H.
Complications of Body Contouring Surgery in Postbariatric Patients: A Systematic Review and Meta-Analysis.
Aesthetic Plastic Surgery. 2021;45(6):2810–2820.
DOI: 10.1007/s00266-021-02315-2. PMID: 34018015.
Erratum: Aesthetic Plastic Surgery. 2022;46(1):594. DOI: 10.1007/s00266-021-02690-w.
