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Oberarmstraffung nach Gewichtsabnahme: Wann ist sie sinnvoll?

von Dr. med. Stephan Grzybowski, hanseatic-facelift

Autor: Dr. med. Stephan Grzybowski
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Veröffentlicht: Januar 2024
Zuletzt medizinisch überprüft: September 2026

Erschlaffte Haut an den Oberarmen kann unterschiedliche Ursachen haben. Besonders ausgeprägt zeigt sie sich häufig nach einer deutlichen Gewichtsabnahme; sie kann jedoch auch im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse entstehen. Bei einer Oberarmstraffung nach Gewichtsabnahme steht häufig ein Hautüberschuss im Vordergrund, weil sich die zuvor stark gedehnte Haut nach dem Volumenverlust nicht vollständig zurückbildet. Vor allem an der Innen- und Rückseite der Oberarme kann dieser bei angehobenen Armen besonders sichtbar werden.

Umgangssprachlich werden solche Veränderungen häufig als „Winkearme“ oder „Fledermausarme“ bezeichnet. Medizinisch entscheidend ist jedoch nicht die Bezeichnung, sondern das Ausmaß und die Verteilung der Hauterschlaffung. Bei manchen Menschen bleibt lediglich eine leichte Hauterschlaffung zurück, bei anderen entstehen ausgeprägte herabhängende Hautfalten, die sich bis zum Ellenbogen, in die Achselregion oder auf die seitliche Brustwand fortsetzen können.

Ob eine Oberarmstraffung nach Gewichtsabnahme sinnvoll ist, hängt deshalb vom individuellen Befund ab. Ebenso wichtig ist die Frage, welcher Narbenverlauf erforderlich ist, um eine relevante Konturverbesserung zu erreichen. Denn überschüssige Haut lässt sich operativ entfernen – eine Oberarmstraffung ist jedoch nicht ohne eine bleibende Narbe möglich.

Warum bleibt nach einer starken Gewichtsabnahme überschüssige Haut zurück?

Die Haut besitzt eine gewisse Fähigkeit, sich an Veränderungen des Körpervolumens anzupassen. Nach einer ausgeprägten Gewichtsabnahme reicht diese Rückbildung jedoch nicht immer aus.

Wie gut sich die Haut zurückbildet, hängt unter anderem vom Alter, von der individuellen Haut- und Bindegewebsqualität, vom Ausmaß und der Dauer des vorausgegangenen Übergewichts sowie vom Umfang der Gewichtsabnahme ab.

Nach einer starken Gewichtsabnahme kann die zuvor gedehnte Haut deshalb deutlich erschlafft bleiben. Besonders an den Oberarmen kann ein Haut- und Weichteilüberschuss entstehen, der bei Bewegung sichtbar pendelt, beim Tragen enger Kleidung stört oder im Alltag als unangenehm empfunden wird.

Sport kann die Oberarmmuskulatur kräftigen und damit die Form des Arms beeinflussen. Einen ausgeprägten Hautüberschuss kann Muskeltraining jedoch nicht beseitigen. Auch eine weitere Gewichtsabnahme führt nicht zwangsläufig zu strafferer Haut.

Ist eine Oberarmstraffung auch bei altersbedingter Hauterschlaffung sinnvoll?

Eine Oberarmstraffung kann auch dann sinnvoll sein, wenn keine ausgeprägte Gewichtsabnahme vorausgegangen ist. Mit zunehmendem Alter verändern sich Elastizität und Spannkraft von Haut und Bindegewebe. Dadurch kann die Haut an den Oberarmen zunehmend erschlaffen, obwohl das Körpergewicht weitgehend unverändert geblieben ist.

Wie ausgeprägt und wie weit ausgedehnt diese Veränderungen sind, ist individuell sehr unterschiedlich. Die Hauterschlaffung kann sich auf einen begrenzten Abschnitt des Oberarms beschränken oder größere Bereiche betreffen.

Für die Operationsplanung gelten dabei dieselben Grundprinzipien wie nach einer Gewichtsabnahme: Entscheidend sind das Ausmaß des Hautüberschusses, die Hautqualität, die Verteilung des Unterhautfettgewebes und die Frage, welcher Narbenverlauf für eine relevante Konturverbesserung erforderlich wäre.

Wann reicht eine Fettabsaugung – und wann ist eine Straffung erforderlich?

Für die Behandlung muss zunächst unterschieden werden, ob die veränderte Oberarmkontur vor allem durch überschüssige Haut, verbliebenes Unterhautfettgewebe oder eine Kombination aus beidem verursacht wird.

Wenn vor allem verbliebenes Unterhautfettgewebe die Oberarmkontur bestimmt und die Haut noch eine gute Elastizität besitzt, kann in ausgewählten Fällen eine Fettabsaugung ausreichen. Voraussetzung ist, dass sich die Haut anschließend noch ausreichend an die verringerte Gewebefülle anpassen kann.

Besteht dagegen ein deutlicher Hautüberschuss, lässt sich dieser durch eine Fettabsaugung allein nicht beseitigen. Liegen Hauterschlaffung und verbliebenes Fettgewebe gemeinsam vor, kann eine Kombination aus Fettabsaugung und Oberarmstraffung sinnvoll sein.

Die chirurgische Literatur beschreibt unterschiedliche Verfahren – von der alleinigen Fettabsaugung über die operative Entfernung überschüssiger Haut bis zu kombinierten Techniken. Eine für sämtliche Ausgangsbefunde gleichermaßen geeignete Methode gibt es nicht. Die Operationsplanung richtet sich nach Hautqualität, Fettverteilung und Ausdehnung der Gewebeerschlaffung.

Wann ist eine Oberarmstraffung nach Gewichtsabnahme sinnvoll?

Eine Oberarmstraffung kommt insbesondere infrage, wenn nach einer deutlichen Gewichtsabnahme ein störender Hautüberschuss zurückgeblieben ist, der sich durch eine Fettabsaugung allein nicht sinnvoll korrigieren lässt.

Die wesentliche Gewichtsabnahme sollte abgeschlossen und das Körpergewicht weitgehend stabil sein. Weitere deutliche Gewichtsveränderungen können Haut und Weichteilgewebe erneut verändern und damit auch das Ergebnis einer Straffung beeinflussen.

Bei der Operationsplanung müssen außerdem der allgemeine Gesundheitszustand, relevante Vorerkrankungen, Nikotinkonsum und die Voraussetzungen für eine zuverlässige Wundheilung berücksichtigt werden.

Nach bariatrischen Eingriffen können insbesondere Eiweiß-, Eisen- und Vitaminmangelzustände auftreten. Auch bei einer erheblichen Gewichtsabnahme unter GLP-1-Rezeptoragonisten können Appetitreduktion und verminderte Nahrungsaufnahme die Versorgung mit Eiweiß und Mikronährstoffen beeinflussen. Die Bedeutung von Gewichtsstabilität, Ernährungszustand und Operationsvorbereitung behandle ich ausführlicher im Beitrag Hautstraffung nach GLP-1-Gewichtsabnahme. Daraus folgt jedoch nicht, dass GLP-1-Medikamente für sich genommen die Wundheilung verschlechtern.

Wenn nach einer größeren Gewichtsabnahme mehrere Körperregionen betroffen sind, bietet der Beitrag Körperkonturierung nach Gewichtsabnahme: Möglichkeiten, Grenzen und realistische Erwartungen eine übergeordnete Einordnung der verschiedenen Straffungsoperationen.

Der Narbenverlauf gehört zur Operationsplanung

Bei der Oberarmstraffung können Konturverbesserung und Narbenverlauf nicht voneinander getrennt betrachtet werden.

Je weiter sich die Hauterschlaffung über den Oberarm erstreckt, desto länger ist in der Regel auch die notwendige Narbe. Ihre Länge und Lage ergeben sich aus dem tatsächlichen anatomischen Befund – nicht aus einem für alle Patientinnen und Patienten identischen Operationsschema.

In der Literatur werden vor allem Narben an der Innenseite des Oberarms sowie Verläufe beschrieben, die etwas weiter zur Rückseite des Arms positioniert werden. Beide Konzepte haben Vor- und Nachteile; eine allgemein überlegene Narbenposition ist nicht belegt.

Kurze Narbe bei begrenztem Hautüberschuss

Ist die Hauterschlaffung hauptsächlich auf den oberen Abschnitt des Oberarms nahe der Achsel begrenzt, kann in ausgewählten Fällen eine kürzere Straffung infrage kommen.

Der Vorteil besteht in einer begrenzteren Narbe. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten dieser Technik eingeschränkt. Reicht der Hautüberschuss deutlich weiter in Richtung Ellenbogen, lässt er sich mit einer kurzen Narbe nicht ausreichend korrigieren.

Gerade nach einer sehr starken Gewichtsabnahme sind deshalb häufig längere Straffungen erforderlich.

Narbe von der Achsel in Richtung Ellenbogen

Bei einem Hautüberschuss über weite Teile des Oberarms verläuft die Narbe meist von der Achselregion entlang der Innenseite des Oberarms oder etwas zur Rückseite versetzt in Richtung Ellenbogen.

Die genaue Länge richtet sich nach der Ausdehnung der überschüssigen Haut.

Bei ausgeprägtem Hautüberschuss ist eine deutliche Straffung deshalb meist nur mit einer entsprechend längeren Narbe möglich. Wird die Korrektur aus Gründen der Narbenlänge zu stark begrenzt, können am Übergang zu den unbehandelten Bereichen störende Hautüberschüsse verbleiben.

Kann die Narbe über die Achsel auf die seitliche Brustwand reichen?

Nach einer ausgeprägten Gewichtsabnahme endet die Hauterschlaffung nicht immer an der Achsel. Sie kann sich in überschüssige Haut an der seitlichen Brustwand fortsetzen.

Wird in einer solchen Situation ausschließlich der Oberarm behandelt, kann ein unharmonischer Übergang zur Achsel- oder Brustwandregion zurückbleiben. Bei entsprechendem Befund kann die Straffung deshalb über die Achsel hinaus auf die seitliche Brustwand erweitert werden.

Solche erweiterten Verfahren sind insbesondere für ausgeprägte Veränderungen nach massiver Gewichtsabnahme beschrieben.

Kann eine Oberarmstraffung bis zum Ellenbogen reichen?

Nach einer starken Gewichtsabnahme kann auch der untere Abschnitt des Oberarms unmittelbar oberhalb des Ellenbogens deutlich erschlafft sein. Endet die Straffung zu weit oberhalb, kann dort ein auffälliger Hautüberschuss zurückbleiben.

Eine 2023 veröffentlichte retrospektive Vergleichsstudie untersuchte deshalb eine Technik, bei der die Schnittführung bis in den Bereich der Ellenbeuge erweitert wurde. Die Patientinnen dieser Gruppe berichteten nach einem Jahr über eine höhere Zufriedenheit mit der Oberarmkontur als die Patientinnen der Vergleichsgruppe. Aufgrund des retrospektiven Studiendesigns lässt sich daraus jedoch keine allgemeine Empfehlung ableiten, die Narbe bei jeder Oberarmstraffung bis zum Ellenbogen zu verlängern.

Gerade im Bereich der Ellenbeuge muss die Narbenführung sorgfältig geplant werden. Eine Narbe, die sich im Heilungsverlauf verkürzt oder ungünstig über der Ellenbeuge liegt, kann die vollständige Streckung des Ellenbogens erschweren. Eine Erweiterung in diesen Bereich sollte deshalb nur erfolgen, wenn der Hautüberschuss sie tatsächlich erforderlich macht.

Gibt es auch eine Unterarmstraffung?

Bei sehr ausgeprägter Hauterschlaffung nach massiver Gewichtsabnahme kann sich überschüssige Haut in seltenen Fällen über den Ellenbogen hinaus auf den Unterarm fortsetzen.

Eine eigenständige Unterarmstraffung gehört jedoch nicht zu den üblichen Standardverfahren. Die wissenschaftliche Datenlage ist wesentlich begrenzter als für die klassische Oberarmstraffung.

Wenn eine Erweiterung auf den Unterarm erforderlich wird, kann die Narbe in Fortsetzung der Oberarmnarbe über den Ellenbogenbereich auf den Unterarm weitergeführt werden. Einen allgemein verbindlichen Narbenverlauf für eine Unterarmstraffung gibt es nicht; die genaue Schnittführung richtet sich nach Lage und Ausdehnung des Hautüberschusses sowie nach dem gewählten Operationskonzept.

Die zusätzliche Narbe liegt an einem gut sichtbaren Körperabschnitt und betrifft einen stark beweglichen Übergangsbereich. Eine solche Erweiterung sollte deshalb nur dann erwogen werden, wenn der zu erwartende Konturgewinn die zusätzliche Narbenlänge rechtfertigt.

Welche Rolle spielt die Fettabsaugung bei einer Oberarmstraffung?

Eine Fettabsaugung ist nicht automatisch Bestandteil jeder Oberarmstraffung.

Nach einer sehr ausgeprägten Gewichtsabnahme kann der Oberarm schlank sein und nahezu ausschließlich überschüssige Haut aufweisen. Bei anderen Patientinnen und Patienten bleibt zusätzlich relevantes Unterhautfettgewebe zurück.

In solchen Fällen kann eine gezielte Fettabsaugung mit der Straffung kombiniert werden.

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2022 fand bei liposuktionsassistierten Verfahren niedrigere Raten einzelner Komplikationen. Die zugrunde liegenden 29 Studien waren jedoch sämtlich Beobachtungsstudien; ein ursächlicher Vorteil einer bestimmten Technik lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Auch die aktuelle Literaturübersicht von 2025 kommt nicht zu dem Ergebnis, dass eine einzelne Technik grundsätzlich allen anderen überlegen ist.

Die Narbe bleibt Teil des Ergebnisses

Eine Oberarmstraffung kann überschüssige Haut deutlich reduzieren. Dafür entsteht eine bleibende Narbe.

Narben verändern sich während ihrer Reifung. Sie können im Laufe der Zeit flacher, weicher und blasser werden, verschwinden jedoch nicht vollständig. Wie auffällig eine Narbe langfristig bleibt, hängt unter anderem von der individuellen Narbenbildung, dem Heilungsverlauf, der Narbenlage und der erforderlichen Länge der Straffung ab.

Eine sorgfältige Operationstechnik und eine angemessene postoperative Narbenbehandlung schaffen günstige Voraussetzungen für die Narbenreifung. Eine unsichtbare Narbe lässt sich jedoch nicht garantieren.

Gerade bei einer gering ausgeprägten Hauterschlaffung muss deshalb besonders sorgfältig abgewogen werden, ob die mögliche Verbesserung der Oberarmkontur in einem angemessenen Verhältnis zur erforderlichen Narbe steht.

Welche Risiken hat eine Oberarmstraffung?

Wie jede größere Haut- und Weichteiloperation ist auch die Oberarmstraffung mit möglichen Komplikationen verbunden.

Dazu zählen insbesondere Wundheilungsstörungen und ein teilweises Auseinanderweichen der Wundränder, Flüssigkeitsansammlungen, Blutergüsse, Infektionen, auffällige oder verbreiterte Narben, Sensibilitätsveränderungen, Asymmetrien sowie selten Beeinträchtigungen von Nerven- oder Lymphbahnen.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus 29 Beobachtungsstudien mit insgesamt 1.578 Patientinnen und Patienten errechnete unter anderem auffällige Narben bei etwa 9,9 Prozent, ein Auseinanderweichen der Wundränder bei 6,8 Prozent, Flüssigkeitsansammlungen bei 5,9 Prozent, Infektionen bei 3,6 Prozent und nervenbezogene Komplikationen bei 2,5 Prozent. Die untersuchten Patientengruppen und Operationstechniken waren unterschiedlich; diese Werte sind deshalb keine individuelle Risikoprognose.

Wann ist der richtige Zeitpunkt nach einer Gewichtsabnahme?

Eine allgemeingültige Wartezeit gibt es nicht.

Die wesentliche Gewichtsabnahme sollte abgeschlossen und das Körpergewicht weitgehend stabil sein. Erst unter solchen Bedingungen lässt sich verlässlich beurteilen, welcher Hautüberschuss bestehen bleibt und welche Form der Korrektur sinnvoll ist.

Ebenso wichtig sind ein ausreichender Ernährungszustand, die Behandlung möglicher Mangelzustände und die Berücksichtigung relevanter Begleiterkrankungen.

Für die Wahl des Operationszeitpunkts sind deshalb Gewichtsstabilität, Ernährungszustand, gesundheitliche Voraussetzungen und stabile Haut- und Weichteilverhältnisse gemeinsam zu beurteilen.

Was kann eine Oberarmstraffung leisten?

Eine Oberarmstraffung kann einen ausgeprägten Haut- und Weichteilüberschuss deutlich reduzieren und die Oberarmkontur harmonischer gestalten.

Je nach Ausgangsbefund können dabei überschüssige Haut allein oder zusätzlich verbliebene Fettanteile behandelt werden.

Bei ausgedehnter Hauterschlaffung kann die Korrektur außerdem den Übergang zur Achsel und zur seitlichen Brustwand oder in ausgewählten Fällen den Bereich bis zum Ellenbogen einbeziehen.

Was kann eine Oberarmstraffung nicht leisten?

Eine Oberarmstraffung kann keine narbenfreie Hautstraffung ermöglichen.

Ebenso wenig kann sie eine vollkommene Seitengleichheit garantieren oder die biologische Qualität von Haut und Bindegewebe verändern. Natürliche Alterungsprozesse und spätere größere Gewichtsschwankungen können die Kontur erneut beeinflussen.

Das operative Ziel besteht deshalb nicht in der maximal technisch möglichen Hautentfernung. Entscheidend ist eine ausgewogene Konturverbesserung bei verlässlicher Gewebedurchblutung, erhaltener Beweglichkeit und einem möglichst spannungsarmen Wundverschluss.

Der Umfang der Straffung richtet sich damit nach dem, was sich anatomisch sinnvoll und chirurgisch sicher korrigieren lässt.

Meine fachärztliche Einschätzung

Bei einer Oberarmstraffung zeigt sich die Qualität der Operationsplanung nicht an einer möglichst kurzen Narbe, sondern an der Passung zwischen Ausgangsbefund, notwendiger Korrektur und Narbenverlauf.

Bei einer geringgradigen Hauterschlaffung kann eine lange Narbe im Verhältnis zum erreichbaren Konturgewinn unverhältnismäßig sein. Bei einem ausgeprägten Hautüberschuss darf umgekehrt der Wunsch nach einer möglichst kurzen Narbe nicht dazu führen, dass wesentliche Anteile des Befundes unbehandelt bleiben.

Das gilt insbesondere, wenn sich die Hauterschlaffung bis zum Ellenbogen oder über die Achsel auf die seitliche Brustwand fortsetzt. Diese Übergangsbereiche müssen bereits bei der Operationsplanung berücksichtigt werden.

Eine Straffung sollte andererseits nicht weiter ausgedehnt werden, als es für eine relevante Konturverbesserung erforderlich ist. Jede zusätzliche Verlängerung der Narbe sollte einen nachvollziehbaren Nutzen haben.

Die Narbe sollte deshalb so lang wie notwendig, aber nicht länger als erforderlich sein.

Das Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Konturverbesserung, Narbenverlauf und Operationssicherheit.

Häufige Fragen zur Oberarmstraffung

Wie sichtbar ist die Narbe im Alltag?

Das hängt wesentlich von ihrer Länge und Lage ab. Bei einer klassischen Oberarmstraffung liegt die Narbe meist an der Innenseite des Oberarms oder etwas zur Rückseite versetzt. Bei angelegtem Arm kann sie dadurch teilweise verdeckt sein; bei bestimmten Armbewegungen oder ärmelloser Kleidung bleibt sie sichtbar.

Bei einer ausgedehnten Straffung kann sich die Narbe bis in die Achsel, auf die seitliche Brustwand oder in ausgewählten Fällen bis zum Ellenbogen fortsetzen.

Wann kann ich die Arme wieder frei bewegen?

Eine vorsichtige Bewegung der Arme gehört zur normalen Erholungsphase. Größere Belastungen und Bewegungen, die die frischen Wundränder stark beanspruchen, sollten zunächst vermieden werden.

Wie schnell die Beweglichkeit gesteigert werden kann, hängt vom Umfang der Operation und vom Narbenverlauf ab. Besonders nach einer Erweiterung in die Achsel- oder Ellenbogenregion muss die Belastung individuell angepasst werden.

Wann ist Sport nach einer Oberarmstraffung wieder möglich?

Die Rückkehr zum Sport erfolgt schrittweise.

Spaziergänge und leichte Alltagsaktivität sind deutlich früher möglich als Krafttraining, Schwimmen oder Sportarten mit intensiver Armbewegung. Wann eine volle sportliche Belastung wieder sinnvoll ist, richtet sich nach Wundheilung, Operationsumfang und individueller Regeneration.

Starre Zeitvorgaben sind deshalb weniger sinnvoll als eine Kontrolle des tatsächlichen Heilungsverlaufs.

Wann lässt sich das endgültige Ergebnis beurteilen?

Die veränderte Oberarmkontur ist bereits früh nach der Operation erkennbar. Schwellung, Gewebespannung und eine zunächst deutlich sichtbare Narbe beeinflussen das Erscheinungsbild jedoch noch über längere Zeit.

Während sich die Schwellung allmählich zurückbildet, durchläuft die Narbe einen mehrmonatigen Reifungsprozess. Das endgültige Ergebnis sollte deshalb nicht nach wenigen Wochen beurteilt werden.

Ist nach der Oberarmstraffung Kompressionskleidung erforderlich?

Nach einer Oberarmstraffung wird häufig Kompressionskleidung eingesetzt, um das operierte Gewebe in der frühen Heilungsphase zu unterstützen und Schwellungen zu begrenzen.

Wie lange sie sinnvoll ist, hängt vom Operationsumfang, einer möglichen zusätzlichen Fettabsaugung und vom individuellen Verlauf ab. Eine für alle Patientinnen und Patienten identische Tragedauer gibt es nicht.

Was kann man tun, wenn die Narbe auffällig bleibt?

Narben sollten zunächst ausreichend Zeit zur Reifung erhalten. Eine frühe rote oder feste Narbe bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie dauerhaft auffällig bleiben wird.

Bei ungünstiger Narbenentwicklung können abhängig vom Befund unterschiedliche Maßnahmen infrage kommen. Entscheidend ist, ob die Narbe beispielsweise verbreitert, verdickt, eingezogen oder funktionell störend ist. Erst daraus ergibt sich, ob konservative Maßnahmen ausreichen oder später eine operative Narbenkorrektur sinnvoll sein kann.

Fazit: Die notwendige Straffung bestimmt auch die Narbe

Eine Erschlaffung der Oberarmhaut kann sowohl nach einer deutlichen Gewichtsabnahme als auch im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse entstehen. Entscheidend ist zunächst, ob vor allem überschüssige Haut, verbliebenes Unterhautfettgewebe oder eine Kombination aus beidem vorliegt.

Bei guter Hautelastizität kann in ausgewählten Fällen eine Fettabsaugung ausreichen. Bei einem ausgeprägten Hautüberschuss ist dagegen eine operative Straffung erforderlich, wenn eine relevante Konturverbesserung erreicht werden soll.

Die Hauterschlaffung endet dabei nicht zwangsläufig an der Achsel oder am Ellenbogen. Insbesondere nach massiver Gewichtsabnahme kann sie sich auf die seitliche Brustwand oder in seltenen Fällen über den Ellenbogen hinaus fortsetzen.

Aus dem tatsächlichen anatomischen Befund ergibt sich deshalb auch die erforderliche Narbenlänge.

Eine sorgfältig geplante Oberarmstraffung versucht deshalb weder, die Narbe um jeden Preis zu verkürzen, noch möglichst viel Haut zu entfernen. Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Konturverbesserung, Narbenverlauf und sicherer Heilung.

Persönliche Beratung

Ob eine Fettabsaugung, eine Oberarmstraffung oder eine Kombination beider Verfahren sinnvoll ist, lässt sich erst nach Beurteilung der Haut- und Weichteilverhältnisse entscheiden.

Dabei sollte der Oberarm nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist auch, ob sich der Hautüberschuss bis zum Ellenbogen, in die Achsel, auf die seitliche Brustwand oder in seltenen Fällen darüber hinaus fortsetzt. Daraus ergibt sich zugleich, welcher Narbenverlauf für eine sinnvolle Korrektur erforderlich ist.

Im persönlichen Beratungsgespräch lassen sich Ausgangsbefund, Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Verfahren sowie der zu erwartende Narbenverlauf individuell besprechen. Beratungen sind in meinen Praxen in Hamburg und Pinneberg möglich.

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